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Pinneberger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 11:38 Uhr

Killerpflanze Audrey erobert die Welt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Pinneberger Bühnen präsentieren „Der kleine Horrorladen“ im Geschwister-Scholl-Haus / Mehr als 100 Besucher kommen zur Premiere

Zwar ist einer der Hauptprotagonisten rein pflanzlicher Natur: Doch bis zum Sonntag, 6. März, geht es im Theater des Geschwister-Scholl-Hauses, Bahnhofstraße 8, in Pinneberg alles andere als vegetarisch zu. Grund dafür: Das aus den 1960er Jahren stammende Kultmusical „Der kleine Horrorladen“ aus der Feder von Alan Menken (Musik) und Howard Ashman (Buch und Liedtexte), das die Theatergruppe „Pinneberger Bühnen“ in den vergangenen Wochen einstudiert hat. Zur Premiere am Donnerstagabend folgten mehr als 100  (kultur-)hungrige Gäste dem schaurig-lustigen Vergnügen.

„Huuunger! Fütter mich!“: So hallte es mit zunehmender Spieldauer immer öfter aus dem tiefen Schlund des stetig wachsenden und sprechenden Topfgrüns „Audrey II“ (Kai Manke) vor einer liebevoll hergerichteten Blumenladen-Kulisse. In ihrem „Entdecker“ Seymour Krelborn (Stefan Lohse), dem gnadenlos ausgebeuteten Hilfsangestellten des in einem heruntergekommenen Viertel New Yorks ansässigen Floristen Dr. Mushnik (Manfred Korff), findet die Pflanze einen eifrigen Blutspender. Wachsend und gedeihend, entpuppt sich Audrey II als Motor für das kurz vor der Pleite stehende Blumengeschäft, das dank des überdimensionalen „Wirsingkohls“ mit rotem Mund und großem Schlund zum echten Anziehungspunkt für neue Kundschaft wird. Großes Glück scheint bei Mr. Mushnik einzukehren, der sich vor Aufträgen kaum noch retten kann. Sogar in Funk und Fernsehen wird mittlerweile über Audrey II berichtet. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Denn die gefräßige Pflanze wird immer größer und hungriger. Außerdem wird Seymours heimliche Liebe, seine hübsche Kollegin Audrey (Mareijke Toschka), ständig von ihrem durchgeknallten, als Zahnarzt tätigen Freund (Maximilian Nadler) verprügelt.

So kommt letztlich zusammen, was zusammen gehört. Denn nicht nur der an einer Überdosis Lachgas verstorbene Zahnarzt verschwindet häppchenweise zwischen den knallroten, wulstigen Lippen des grünen Ungetüms, dessen Ziel es ist, mit seinen Ablegern die Welt zu erobern. Sondern auch der immer raffgieriger werdende Ladenbesitzer, die von einem Häuschen im Grünen träumende Audrey und schließlich Seymour selbst werden im Verlauf des Stückes wohl oder übel zu Pflanzenfutter.

Ob Stücke wie „Downtown“, „Wachs für mich“, „Füttere mich“ oder „Essenszeit“: Ein exzellenter Gesang der Darsteller sowie die mal rockig, mal soulig auftretenden Horrorsisters rundeten die mit viel Theater-Herzblut abgelieferte Schauspielkunst der Darsteller auch dank toller Live-Band musikalisch ab.

„Großartig. Ich bin total begeistert“, sagte Elke Heinemann aus Pinneberg hinterher, die mit ihrer Freundin Gudrun Conrad das Musical besucht hatte. Auch das übrige Publikum spendete tosenden Applaus und verlangte nach Zugaben.

Britta Förster, die gemeinsam mit Mascha Grieschat Regie führte, zog ebenfalls ein positives Resümee. „Seit April 2015 haben wir mit unserem etwa 50 Personen umfassenden Ensemble auf diesen und die kommenden Abende hin geprobt. Wir freuen uns über den großen Publikumszuspruch und sind mit dem Auftakt dieses anspruchsvollen Musicals sehr zufrieden“, sagte sie.

Und gab kurzerhand den 2. März (19.30 Uhr) als elften Zusatztermin bekannt, bevor sie abschließend Gesangslehrerin Marion Elm dankte, welche sich „viel Zeit für Stimmproben mit Chor und Solosängern genommen“ habe. Stephan Hoppe

Webseite: www.pinneberger-buehnen.de

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