zur Navigation springen

Aufrüttelnd und abenteuerlich : Kieler Meeresbiologe und Forschungstaucher fasziniert die Pinneberger

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Live-Fotoshow: Der Kieler Meeresbiologe und Forschungstaucher Uli Kunz berichtet von seinen Expeditionen.

shz.de von
erstellt am 21.Feb.2017 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Schnorchelnde Taucher inmitten von Heringsschwärmen und Buckelwalen. Mehr als 200 Besucher haben sich beim Vortrag „Leidenschaft Ozean“ von Forschungstaucher Uli Kunz im Ratssitzungssaal eingefunden. Der Meeresbiologe, Forschungstaucher und Naturfotograf präsentierte unterhaltsam beeindruckende Bilder und Videos auf Großleinwand. „Es ist großartig, dass so viele Besucher gekommen sind und ihre Begeisterung für das Meer so groß ist“, sagte Kunz erfreut. Er begrüßte das Publikum im Namen von Greenpeace und der Volkshochschule (VHS) Pinneberg.

Der mit seiner humorvollen Art ein wenig an die Vortragsweise von Seglern wie Burghard Pieske erinnernde Kunz begann seine Präsentation mit einem Foto aus den 1970er Jahren. Es zeigte den Naturfotografen als Kind, tauchend in der Badewanne. „Ich habe mir damals vorgestellt, welche Abenteuer auf mich warten und später dann mein Hobby zum Beruf gemacht“, erläuterte der 41-Jährige.

Während der Reise durch sein häufig unter Wasser stehendes Büro präsentierte Kunz nicht nur imposante Bilder von fressenden Orkas und Kegelrobben. Er dokumentierte vielmehr auch die Folgen des Klimawandels, zeigte aufrüttelnde Bilder von abgestorbenen Korallen und Vögeln, die sich in Nylon-Schnüren verheddert und schließlich erdrosselt haben. „Leider haben die Tiere eine schlechte Angewohnheit: Sie bauen den Plastikmüll von Fischernetzen in ihre Netze ein“, informierte der Forscher.

Kunze präsentierte Filme von in den Malediven gelegenen Taucherparadiesen. Er stellte aber auch klar, dass Taucher faszinierende Reviere – wie die Fjorde in Norwegen – sozusagen „direkt vor der Haustür“ finden. Die Hobby-Taucher Lisa und Stefan von Paleske besuchten den Vortrag. „Den Reiz des Tauchen macht das totale Abschalten aus“, sagte Stefan von Paleske. Gattin Lisa genießt es ebenfalls, bei ihrem Hobby, „den Alltag hinter sich zu lassen“.

Beeindruckende Fotos hatte der Meeresbiologe im Gepäck.
Beeindruckende Fotos hatte der Meeresbiologe im Gepäck. Foto: Uli Kunz
 

Peter Carstens aus Appen freute sich, einen Platz in einer der vorderen Reihen ergattert zu haben. Carstens kannte den Forschungstaucher aus der Sendung Terra X. Er kam mit beiden Enkelsöhnen vorbei, um die „schönen Naturaufnahmen“ zu erleben. Der Meeresbiologe befindet sich mit der Vortragsreihe „Leidenschaft Ozean“ auf Deutschland-Tournee. Morgen gastiert er ab 19.30 Uhr in der Wedeler Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule im Tinsdaler Weg 44.

Plastikmüll im Meer ist ein globales Problem. Plastik wird im Wasser fast nicht abgebaut und ist nahezu unvergänglich. Pro Jahr werden etwa 300 Millionen Tonnen Plastik produziert, davon landen nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als zehn Millionen Tonnen in den Ozeanen. Auf jedem Quadratkilometer der Wasseroberfläche treiben laut Naturschutzbund inzwischen bis zu 18.000 Plastikteile unterschiedlicher Größen. Das Problem: Plastik zerfällt – wenn überhaupt – nur langsam. Es braucht Jahrzehnte, manchmal Jahrhunderte. Eine Plastiktüte benötigt beispielsweise zehn bis 20 Jahre, Styroporbecher etwa 50 Jahre und eine PET Flasche 450 Jahre, bis sie vollständig zerfallen sind. (Kira Oster)
Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen