Kicker suchen Verstärkung

Das Runde muss ins Eckige: Sportliche Leistung und Teamgeist werden beim Jugendtraining gefördert.
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Das Runde muss ins Eckige: Sportliche Leistung und Teamgeist werden beim Jugendtraining gefördert.

Bei einem Training der D-Jugend des TuS Appen zeigen sich die Vorzüge eines Dorfvereins und der pädagogische Wert des Sports

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04. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Ehrgeizige Väter, die ihre Kinder schon im Training an der Seitenlinie anfeuern, jeder kennt jeden und die Atmosphäre ist gelöst und fröhlich. Der TuS Appen ist ein Paradebeispiel für einen klassischen Dorfverein.

„Natürlich wollen wir unsere Spieler auch weiter entwickeln, aber es geht in erster Linie darum, auf dem Platz gemeinsam Spaß zu haben“, sagt Kai Kaufmann, der Jugendwart des Vereins. Der Leistungsgedanke stehe erst an zweiter Stelle. Viel entscheidender sei es, den Kindern die wichtigen gemeinschaftlichen Werte einer Mannschaftssportart zu vermitteln.


Familiäre Atmosphäre im Verein

Die familiäre Atmosphäre des Vereins zeigt sich auch bei den Jugendtrainern. „Fast immer besteht ein Verwandtschaftsgrad zwischen einem Trainer und einem der Spieler“, erläutert Kaufmann. So auch bei der aktuellen D-Jugendmannschaft, die von Thies Klingenberg trainiert wird und in der sein Sohn Chris spielt. „Die Verbände sehen das nicht so gern, dass Väter ihre Kinder trainieren, aber wer soll es denn sonst machen?“, fragt Klingenberg.

Gebannt versammeln sich die Nachwuchskicker um Klingenberg, als dieser die erste Übung erklärt. Für den Trainer ist ein gewisses Maß an Disziplin und Respekt wichtig, um mit den Kindern vernünftig arbeiten zu können. Dennoch steht vor allem der Spaß im Vordergrund. „Ich versuche die Kinder viele Übungen mit dem Ball machen zu lassen“, erläutert der 47-Jährige, während seine Schützlinge eifrig um mehrere Hütchen dribbeln und dann den Ball in ein kleines Tor schießen. Auch ohne spezielle Konditionsübungen seien sie dabei nach eineinhalb Stunden Training positiv erschöpft.

Die Jugendtrainer des TuS Appen investieren viel Zeit in die Jugendmannschaften. „Zweimal die Woche nach der Arbeit noch Jugendtraining geben, die Trainingseinheiten vorbereiten und am Wochenende zu Punktspielen fahren – das nimmt alles Zeit in Anspruch“, weiß auch Kaufmann. Als Jugendwart übernimmt er viele organisatorische Aufgaben und sorgt dafür, dass die Trainer sich fast ausschließlich auf das Sportliche konzentrieren können.


Kaum Kinder von außerhalb

Kaufmann ist dabei immer auf der Suche nach neuen Kindern, die Lust zum Kicken im Verein haben. Denn gerade in den älteren Klassen muss der Sportverein häufig mehrere Jahrgänge zusammenlegen. Hier zeigen sich die Probleme eines Dorfvereins, denn es spielen kaum Kinder von außerhalb in Appen. In der D-Jugendmannschaft von Klingenberg kommen 14 von 15  Kinder direkt aus der Gemeinde. „Derzeit ist die Zahl der Kinder noch kein Problem, aber wenn ab der C-Jugend auf dem 11er-Feld gespielt wird, ist das zu wenig“, sagt Kaufmann. Dann müssten nur mal zwei bis drei  Kinder krank sein und schon habe man ein Problem. Auch Klingenberg würde sich über noch ein paar mehr Kinder aus dem Jahrgang 2007 freuen. „Bei uns bekommt jeder seine Chance“, meint der Jugendtrainer. Interessierte Kinder dürfen jederzeit für ein Probetraining vorbeischauen. Die Trainingszeiten der D-Jugendlichen sind im Herbst montags und mittwochs zwischen 17 Uhr und 18.30 Uhr.
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