„Keine überzeugenden Alternativen“

Rolf Schwarz wünscht sich einen respektvolleren Umgang der Mandatsträger in der Prisdorfer Politik untereinander.
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Rolf Schwarz wünscht sich einen respektvolleren Umgang der Mandatsträger in der Prisdorfer Politik untereinander.

Prisdorfs Bürgermeister kritisiert die Arbeit der Opposition im vergangenen Jahr: Sie habe ihre Aufgabe nicht angenommen.

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05. Januar 2018, 15:09 Uhr

Zum Jahreswechsel haben wir Bürgermeister nach ihrer Einschätzung des vergangenen und des kommenden Jahres gefragt. Heute im Interview: Prisdorfs Verwaltungschef Rolf Schwarz (BbP).

Frage: Was war Ihr schönster Moment 2017?
Wie jedes Jahr freue ich mich über die Betriebsferien über den Jahreswechsel, wenn alle Arbeit ruht und ich nicht für den nächsten Tag planen muss. Dazu sei gesagt, dass ich meinen Beruf als Berufung verstehe und ihn mit Freude ausübe.

Wie lautet Ihr Fazit für Prisdorf 2017?
Die Prisdorfer Kommunalpolitiker haben sich das Leben sehr schwer gemacht. Die Opposition hat es leider nicht verstanden, ihre Aufgabe anzunehmen und überzeugende Alternativen aufzuzeigen. Ich hoffe, dass wir zu einem vertrauensvollen Miteinander zurückfinden.

Welche wichtigen Initiativen sind 2017 gelungen?
Die Niederschlagswassergebühr haben wir detailliert beraten und zügig eingeführt.
Für die Eisenbahnunterführung haben wir ein gutes Entwässerungskonzept erarbeitet und auch für die Park-and-Ride-Anlage sind wir auf dem richtigen Weg. Leider werden die Früchte dieser Arbeit erst im nächsten Jahr sichtbar.

Welche Entscheidung ist Ihnen schwer gefallen?
Mir fallen Einzelentscheidungen schwer, die für Bürger negative Auswirkungen haben. Aber das gehört zu den Aufgaben eines Bürgermeisters.

Was hat nicht geklappt?
Leider ist mir es nicht gelungen, mit Pinneberg über den Erhalt des Prisdorfer Einkaufzentrums konstruktiv ins Gespräch zu kommen.

Gab es aus Ihrer Sicht politische Fehlentscheidungen im Jahr 2017 ?
Es gab eine Entscheidung, die wir nach bestem Wissen und Gewissen getroffen haben, aber hinterher revidieren mussten, weil sie juristisch nicht standhielt. Dort ging es um Bauanträge. Da es im nicht öffentlichen Teil stattfand, kann ich darüber offiziell nicht genauer sprechen. Mancher würde wahrscheinlich auch mich als Bürgermeister als Fehlentscheidung betrachten (lacht).

Welche Entscheidung war 2017 die wichtigste?
Die Einführung der Niederschlagswassergebühr, sie hat uns viel Kraft gekostet.

Wie ist die Situation der Flüchtlinge in Prisdorf?
Die Zahl der in Prisdorf lebenden Flüchtlinge geht zurück und beträgt aktuell 17 Personen.

Wenn Sie unbegrenzt Geld hätten, um Ihrem Ort einen Wunsch zu erfüllen – was würden Sie tun?
Wohnraum für unsere älteren Mitbürger schaffen, barrierefrei, zentral und bezahlbar. Dazu noch Wohnraum für junge Menschen, die sich in der Feuerwehr, im Sportverein oder ansonsten sozial engagieren.

Wie bewerten Sie die Arbeit von Politik und Verwaltung?
Die politisch Aktiven waren sehr fleißig. Es waren annähernd doppelt so viele Sitzungen wie in den letzten Jahren. Die Verwaltung hat uns bei den schwierigen Aufgaben sehr gut unterstützt, das gilt auch für den Abwasserzweckverband.

Können Sie einen Bürger des Jahres benennen?
Helmut Hoyer ist für mich der Mann des Jahres: 50 Jahre aktiver Feuerwehrdienst, davon 22 Jahre als Wehrführer sind aller Dank wert.

Welche Projekte wollen Sie 2018 anschieben?
Das nächste Jahr ist geprägt von den angesprochenen Baumaßnahmen. Auch das Thema Kinderbetreuungsplätze wird uns beschäftigen.
Was erwarten Sie politisch von 2018?
Ich erwarte eine spannende Kommunalwahl, bei der der Wähler das Wort hat. Von der Kreisverwaltung wünsche ich mir eine zügige und pragmatische Bearbeitung der Förderanträge für den Bau von Kindergärten. Bund und Land müssen die Kommunen finanziell für die Betreuungsaufgaben deutlich besser ausstatten. Dazu gehört auch die Nachmittagsbetreuung in den Schulen.

Was wünschen Sie sich politisch 2018?
Wünschenswert wäre ein respektvollerer Umgang der Mandatsträger untereinander. Keinen Wahlkampf machen, sondern eine sachliche Auseinandersetzung und ein ehrliches Angebot an den Wähler. Von den Mitbürgern erwarte ich, dass sie von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Noch lieber wäre es mir, wenn sich noch mehr Bürger zur Mitarbeit in den gemeindlichen Gremien bereit erklärten.

Haben Sie persönlich einen guten Vorsatz für das neue Jahr?
Ich werde mich wieder um das Amt des Bürgermeisters bewerben.



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