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Der Traum vom Kulturzentrum geplatzt : Keine Fördermittel für die Sanierung der Ernst-Paasch-Halle in Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Es gibt keine Fördermittel für die Sanierung des historischen Gebäudes an der Pinneberger Lindenstraße. SPD beantragt Nutzungsänderung.

Pinneberg | Der Traum vom Kulturzentrum ist geplatzt, zumindest vorerst. Die in Berlin beantragten Fördermittel für die Ernst-Paasch-Halle werden nicht fließen. Die Konkurrenz war zu groß. Andere Projekte haben 2016 Vorrang für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Bau. Insgesamt wurden fast 1000 Vorschläge für das Förderprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ eingereicht. Antragsvolumen: etwa zwei Milliarden Euro. Letztendlich gehen nun 140 Millionen Euro an 56 Kommunen. Drei davon in Schleswig-Holstein: Bad Segeberg, Lübeck und Wyk auf Föhr erhalten die Finanzspritze. Pinneberg geht leer aus.

1,3 Millionen Euro hatte die Kreisstadt beantragt. 90 Prozent hätte der Bund damit von der Sanierung der historischen Ernst-Paasch-Halle getragen. In der Regel liegt die Förderquote bei 45 Prozent. Bei nachgewiesener Haushaltsnotlage – wie das in Pinneberg der Fall ist – gibt es jedoch satte 90 Prozent. Der zehnprozentige Eigenanteil – Investitionskosten in Höhe von 170.000 Euro – wurde gerade in den Haushaltsentwurf eingestellt, mit Zusage von Kiel. Es wäre ein guter Deal gewesen für das von Pleiten geplagte Pinneberg.

Als „herben Rückschlag“ bezeichnet SPD-Sprecher Herbert Hoffmann nun die Absage. Die SPD-Fraktion hatte sich im Herbst vergangenen Jahres für den Fördermittelantrag stark gemacht. Pinneberg bekomme die Chance so schnell nicht wieder, für einen überschaubaren Betrag ein Kulturzentrum auf die Beine zu stellen, hieß es damals.

Ein Rückschlag ist es vor allem für die Kulturschaffenden der Stadt. Das Forum Theater probt und bespielt die historische Sporthalle mittlerweile im 21. Jahr. „Für uns bedeutet die Absage zunächst einmal, dass eine Option entfällt“, sagt Andreas Hettwer, Pressesprecher des Theatervereins. Eine vertane Chance. „Aber dafür kann die Stadt nichts“, sagt Hettwer. Er begrüße, dass überhaupt um Fördermittel geworben wurde. Dass es nicht geklappt hat, sei schade. „Aber ich hoffe, dass die Politik und die Bürger weiter hinter uns stehen. Und ich hoffe, dass die Paasch-Halle – das Tafelsilber der Stadt – nicht verkauft wird.“ Hettwer bleibt zuversichtlich: „Man sollte alle Chancen weiter verfolgen. Vielleicht können wir uns im nächsten Jahr nochmal um Fördermittel bewerben und haben dann bessere Chancen.“

Hoffmann zeigt sich enttäuscht

Auch Rathaussprecher Marc Trampe bedauert die Absage: „Aber das Programm war mehrfach überzeichnet.“ Man müsse nun über Alternativen nachdenken. Was mit dem bereits eingeplanten Eigenanteil im Haushalt geschieht? „Vorschläge werden wir der Politik in Kürze unterbreiten.“ Hoffmann zeigt sich enttäuscht, aber kämpferisch: „Der Antrag war mit vielen Hoffnungen verbunden. Wir hätten eine vollsanierte Kulturstätte gehabt – nun sind wir erstmal wieder bei Null.“

Ein großes Problem ist laut Hoffmann, dass bisher keine Nutzungsänderung der Halle beantragt wurde. Bedeutet: Die Ernst-Paasch-Halle wird auf dem Papier noch als Sportstätte, nicht als Kulturstätte behandelt. Deswegen gibt es auch keine fertige Kostenaufstellung. „Wir haben keine stichhaltigen Zahlen. Die sind aber notwendig.“ Deswegen werde die SPD morgen Abend im Finanzausschuss den Antrag zur Nutzungsänderung stellen. Nächstes Jahr noch einmal auf Fördermittel bewerben, das dauert Hoffmann zu lange. „Die Paasch-Halle wird zur Hängepartie. Das ist sie schon seit 2011, als wir das erste Mal politisch über die Nutzung beraten haben“, sagt der SPD-Politiker.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 12:15 Uhr

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