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Rellingen : Keine Chance für sozialen Wohnungsbau

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wer die Mieten in der Baumschulgemeinde nicht bezahlen kann, der soll woanders hinziehen. Die CDU will den "dörflichen Charakter" erhalten.

Die Enttäuschung stand den Politikern von SPD und Grünen ins Gesicht geschrieben: Der Antrag auf „öffentlich geförderten Wohnungsbau“ hat in Rellingen keine Chance. Während der Sitzung des Bauausschusses nutzte die CDU-Fraktion ihre Mehrheit aus, um sozialen Wohnungsbau gleich im Keim zu ersticken.

Rellingen vertrage keinen Geschoss-Wohnungsbau. Schließlich solle der dörfliche Charakter erhalten bleiben. Wer die Mieten in Rellingen nicht bezahlen könne, solle in die Peripherie ziehen. Über die Argumentation aus Reihen der Union kann sich Dr. Konrad Wolf (Grüne) immer noch aufregen: „Wir haben eine Verantwortung für alle Bürger und nicht für die Wohlstandsbürger allein.“ Wolff verspricht, dass das Thema weiter auf der Tagesordnung bleiben wird.

Bewegung kommt dafür in die Pläne, auf dem Areal vor dem Discounter Aldi an der Hauptstraße Wohnungen zu bauen. Zwar wurde mehrheitlich beschlossen, dass das Architekturbüro des Investors Burmester erneut nachsitzen muss – der Frontverlauf zur Straße soll filigraner, mit Vor- und Rücksprüngen ausgestattet werden. Doch zumindest das Aldi-Begehren, in Richtung Süden (Jahnstraße) erweitern zu wollen, wurde auf den Weg gebracht.

Gescheitert ist die SPD-Fraktion mit ihrem Vorschlag, auf dem verwaisten Poco-Domäne-Areal an der Hans-Reumann-Straße zum Teil Wohnungsbau zuzulassen. Der Schulterschluss aus CDU und Grüne sorgte dafür, dass auf dem 18 000 Quadratmeter großen Gelände auch künftig ausschließlich Gewerbe zugelassen werden soll. Während sich bereits die Rellinger Firma Classen etwa 6500 Quadratmeter der Brachfläche gesichert hat, steht ein weiterer bekannter Großinvestor in den Startlöchern. Stichwort: Lagerfläche.

Zur Erleichterung der zahlreich erschienenen Anwohner wird die künftige Zufahrt von der Pinneberger Straße aus über eine Stichstraße erfolgen. Die Kosten trägt der Investor.

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erstellt am 19.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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