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Rellingen : Kein Häuser-Kataster für die Baumschulgemeinde

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Gemeinde Rellingen bekommt kein Haus-Kataster. Der Ausschuss für Bauwesen und Umwelt hat am Dienstagabend im Rathaus den Grünen-Antrag abgelehnt, den Bestand mehrerer erhaltenswerter Gebäude festzuschreiben.

shz.de von
erstellt am 23.Aug.2013 | 09:57 Uhr

Der Vorstoß der Grünen hatte in Rellingen für heftige Diskussionen gesorgt. Zahlreiche betroffene Hauseigentümer waren ins Rathaus gekommen. Sie hielten nur wenig von den Plänen für ein Häuser-Kataster, weil sie unter anderem eine Wertminderung ihres Besitzes befürchteten.

Auch CDU und SPD hatten Bedenken. „Eine Satzung bringt keine Verbesserung“, erklärte Petra Krzesinski (CDU). Grundsätzlich sei es allerdings zu befürworten, wenn historische Bausubstanz erhalten und ein Bewusstsein für deren Wert geschaffen werde. Das Haus-Kataster könnte aber schlimmstenfalls sogar finanzielle Konsequenzen für die Gemeinde haben, wenn diese einen Beitrag zum Erhalt der Gebäude leisten müsse.

Das sah auch der stellvertretende Ausschussvorsitzende Christian-Matthias Zimmermann (SPD) so. Es könnte sein, dass der Wert der Häuser wie von den Betroffenen befürchtet gemindert werde und diese schwer oder gar nicht mehr zu verkaufen sind, betonte Zimmermann. „Ich habe aber Verständnis, dass gegen die Abrisswut vorgegangen werden soll“, erklärte er. Es sei allerdings kontraproduktiv gewesen, dass die Liste mit den betroffenen Gebäuden Teil der Sitzungsvorlage wurde. Aufgeführt waren vor allem Gebäude der Straßenzüge Ehmschen, Oberer Ehmschen und Hauptstraße.

Grünen-Fraktionsvorsitzender Dr. Konrad Wolf war enttäuscht, dass der Antrag seiner Fraktion keine Mehrheit fand. „Das zeigt, dass der CDU objektiv nicht daran gelegen ist, den Bestand zu erhalten“, kritisierte Wolf. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Baum auf einem Grundstück nicht gefällt werden dürfe, der Abriss des Hauses dagegen kein Problem darstelle. Das Thema hat sich mit der Ablehnung des Grünen-Vorhabens laut Wolf nicht erledigt. „Wir werden weitere Anträge einbringen“, versprach der Fraktionschef. Er hofft, dass die Diskussionen über den Erhalt historischer Bausubstanz erst begonnen haben. Bürger und Politik könnten so sensibilisiert werden, dass der Abriss alter Gebäude nicht mehr einfach hingenommen wird.

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