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Pinneberger Tageblatt

19. Oktober 2017 | 02:42 Uhr

Verkehrschaos in Thesdorf : Kein Ende in Sicht

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Anwohner der Straße "Horn" sorgen sich um die Sicherheit. Der Ruf nach einer Einbahnstraßenregelung wird laut.

von
erstellt am 28.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Mittags, halb zwölf, in Thesdorf: Wo gerade noch idyllische Ruhe herrschte, kämpfen jetzt genervte Eltern am Steuer um jeden Zentimeter. Aggressives Hupen, Ausweichmanöver, hektisches Zurücksetzen und Gasgeben im Wechsel. Dazwischen Schulkinder, die mit dem Rad durch die Autos manövrieren und Fußgänger, die wegen des zugeparkten Fußwegs auf der Straße gehen müssen. Alltägliches Chaos. Die Anwohner der Straße Horn sind genervt.

Seit im August die Bauarbeiten für die neue Kita in ihrer Straße begonnen haben, wird diese zu den Stoßzeiten morgens um halb acht und mittags gegen zwölf zum gefährlichen Nadelöhr. „Wir müssen eine Lösung finden, die für alle akzeptabel ist“, sagt Anwohner Thomas Dolling. Das Wichtigste sei in erster Linie die Sicherheit der Kinder. Aber auch das eigene „Rauskommen“ müsse gewährleistet sein. Viele Autofahrer parkten ihre Fahrzeuge so eng an den Auffahrten, dass man selbst nicht mehr vom Hof komme. „Es ist eines der letzten schönen Abenteuer, hier rauszukommen“, sagt Gitta Veit genervt.

Kirsten Albers ist schon mal zu spät zur Arbeit gekommen und auch Gitta und Norbert Veit haben mehrmals ihre Pläne über den Haufen werfen müssen, weil sie zugeparkt waren. Kurz vor Weihnachten musste Manfred Liptows Frau ins Krankenhaus: „Der Krankenwagen stand mitten auf der Straße, weil links und rechts alles zugeparkt war. Da ging nichts mehr“, erinnert sich der Rentner. Der Gedanke an mögliche Notfälle treibt den Anwohnern Sorgenfalten ins Gesicht: „Was ist, wenn unsere Hütte abfackelt? Die Feuerwehr käme nicht durch“, sorgt sich das Ehepaar Veit.

Die Christuskirchengemeinde Pinneberg ist Trägerin des öffentlich geförderten Bauprojektes. Pastorin Silke Breuninger versichert: „Wir haben das Problem im Blick.“ Die Eltern der Kitakinder seien zwar daraufhingewiesen worden, die Anwohner nicht zuzuparken. Doch in der täglichen Bring- und Abholhektik zeige sich ein anderes Bild: „Alle fahren bis vor die Haustür. Niemand hat mehr eine halbe Minute Geduld“, so Breuninger.

127 Kinder besuchen die Kita, 29 Mitarbeiter kommen zum Großteil mit dem Auto zur Arbeit. Natürlich arbeiten nie alle gleichzeitig, doch die vorgesehenen sechs Stellplätze – davon ein Behindertenstellplatz – werden kaum ausreichen. Die Kirchengemeinde hatte wenig Handlungsspielraum: „Da stecken öffentliche Fördergelder mit drin. Wir wurden immer wieder auf die gesetzlichen Vorgaben hingewiesen“, sagt Pastorin Breuninger. Und diese seien genau eingehalten worden: „Nach den Vorgaben der schleswig-holsteinischen Bauordnung ist ein Stellplatz je 20 bis 30 zu betreuende Kinder vorgesehen“, erläutert eine Mitarbeiterin des beauftragten Architekturbüros Planquadrat-Hastenteufel.

Die benachbarte Johann-Comenius-Schule (JCS) mit knapp 800 Schülern von der fünften bis zur 13. Klasse verfügt über einen Schülerparkplatz mit etwa 50 Stellplätzen. „Doch da hinter dem Schulgebäude eine neue Stichstraße erschlossen wird, ist unser Parkplatz in letzter Zeit auch von Handwerkern vollgestellt“, so Schulleiterin Uta Holst-Timm. So weichen auch die Schüler auf die Straße aus. Das Verkehrschaos bereite auch Holst-Timm große Sorgen, „besonders im Kurvenbereich vor der Kita“. Auf Anfrage habe ihr das Ordnungsamt mitgeteilt, es sei Sache der Baufirmen, die Straße ordnungsgemäß abzusperren. Laut Pastorin Breuninger sei dies auch geschehen: „Aber das Parkverbot wurde einfach nicht beachtet und teilweise wurden sogar die Schilder geklaut.“ Ihre Idee für eine Entzerrung der Situation: „Horn soll Einbahnstraße werden.“ Einen Antrag wolle die Kirchengemeinde bei der Stadt stellen.

Gitta und Norbert Veit, Thomas Dolling, Stephan Hey, Manfred Liptow, Kirsten Albers und Hanne Höhne wohnen gern in der Straße Horn. Manche bereits seit über 50 Jahren. Sie sind gespannt, wie es jetzt mit ihrer Straße weitergeht und wünschen sich mehr Informationen. Pastorin Breuninger erhofft sich trotz der schwierigen Situation: „Das gute Miteinander soll bleiben.“ Zur Einweihung der neuen Kita „Die Sandkörner“ Ende Februar bekomme jeder Anwohner eine persönliche Einladung.

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