zur Navigation springen

Saison 2016 : Kegelrobben: Geburtenrekord von 2015 auf Helgoland übertroffen

vom

Deutschlands größtes Raubtier nutzt die Hochseeinsel seit 1996 als Kinderstube. Die Geburtssaison dauert noch bis Ende Januar.

shz.de von
erstellt am 23.Dez.2016 | 12:44 Uhr

Friedrichskoog/Helgoland | Die Kegelrobben auf Helgoland vermehren sich nach Angaben der Naturschutzgesellschaft Verein Jordsand prächtig. Aktuell wurden dort rund 350 Jungtiere gezählt. Damit wurde der bisherige Rekord-Winter 2015 mit 317 Kegelrobben-Babys bereits übertroffen. Die Geburtssaison dauert noch bis Ende Januar. Kegelrobben nutzen die Hochseeinsel seit 1996 als Kinderstube.

Kegelrobben sind die größten deutschen Raubtiere und stehen unter besonderem Schutz. Die Tiere dürfen nicht gejagt werden - und verlassene Jungtiere werden aufgepäppelt.

Am Freitag präsentierte die Seehundstation Friedrichskoog im Kreis Dithmarschen Schleswig-Holsteins ersten Kegelrobben-Heuler der Saison der Öffentlichkeit. Das Robben-Baby sei nach der Geburt am 8. Dezember am Strand der Helgoländer Düne von seiner Mutter nicht angenommenen worden, sagte Tierpfleger Torben Ulpts. Das Tier-Waise mit dem Namen „Helgo“ habe bei seiner Einlieferung in Friedrichskoog 12,2 Kilogramm gewogen. Der sogenannte Heuler wurde zunächst 13 Tage lang in einem Quarantänebecken gehalten, bevor er in ein normales Aufzuchtbecken umziehen konnte.

„Helgo“ wurde von seiner Mutter verstoßen.
„Helgo“ wurde von seiner Mutter verstoßen. Foto: dpa
 

Anders als Seehunde bringen Kegelrobben ihre Jungen mitten im Winter zwischen November und Januar zur Welt. Sie werden mit einem weißen Embryonalfell geboren. Der flauschige Pelz schützt die Tiere vor Kälte, ist jedoch nicht wasserdicht und daher zum Schwimmen ungeeignet. Ihre ersten Lebenswochen verbringen Kegelrobben deshalb an Land. Dort werden sie von den Müttern gesäugt.

Wie bei Seehunden erkennen Muttertiere das Jungtier am Geruch und am Rufen. Es ist daher bei Kegelrobben nicht ungewöhnlich, wenn Jungtiere allein am Strand liegen, sagte Stationsleiterin Tanja Rosenberger.

Als angeblicher Konkurrent der Fischer waren Kegelrobben über die Jahrhunderte in der Nordsee nahezu ausgerottet. Heute gibt es neben Helgoland noch drei weitere Kolonien mit Jungen im Wattenmeer: Eine nahe der westfriesischen Insel Terschelling (Niederlande), zwei auf Sandbänken nahe Juist und Amrum sowie. Nach Angaben der Naturschutzgesellschaft „Schutzstation Wattenmeer“ wird der Kegelrobben-Bestand auf weltweit 150 000 Tiere geschätzt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen