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Pinneberger Tageblatt

18. August 2017 | 05:32 Uhr

„Kegeln ist ein integrativer Sport“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Halstenbeker organisieren Flüchtlingsaktion auf der Pinneberger Anlage An der Raa / Verein will etwas zurückgeben

Krachend trafen die Kugeln immer wieder auf die Pins und brachten sie zu Fall. Sekunden später wurde auf der Kegelbahn An der Raa gejubelt – in den unterschiedlichsten Sprachen. Das Abklatschen ersetzte notfalls die Kommunikation als etwa 50 Flüchtlinge aus Halstenbek an den Bahnen in Pinneberg auf Punktejagd gingen.

„Wir haben überlegt, was wir für die Flüchtlinge tun können und uns überlegt, dass wir einen schönen Tag für sie gestalten“, sagte Ralf Burmester, Vorsitzender des Männerteams der Halstenbeker Kegler. Er wandte sich mit Sabine Kählert, Vorsitzende des Damenteams der Halstenbeker Kegler, an Rolf Heitgres als Vorsitzenden des Dachverbands Pinneberger Kegler. Dieser sagte sofort die Nutzung der Kegelanlage zu. „Dann haben wir uns an Miriam Utz als Koordinatorin der ehrenamtlichen Helfer der Gruppe ,Willkommen in Halstenbek’ gewandt. Sie war sofort von der Idee begeistert“, erinnerte sich Kählert. Aus der Idee wurde nun Realität. Zusammen mit ihren Betreuern durften die Flüchtlinge die Kugeln rollen lassen.

„Die Gemeinde fördert uns als Verein und da wollen wir auch etwas zurückgeben und bei der Integration mithelfen und auch etwas Abwechslung in den manchmal tristen Alltag bringen“, sagte Kählert. War die Aktion auch Mitgliederwerbung in eigener Sache? „Vielleicht entdecken wir ja das Supertalent. Dann verpflichten wir es sofort“, sagte Kähler lachend. Dann wurde sie wieder ernst: „Wir möchten zeigen, dass es uns gibt, Kegeln Spaß macht und wir eine gut gepflegte Anlage haben. Natürlich haben wir wie alle Vereine damit zu kämpfen, dass sich Menschen nicht binden wollen.“

Kählert räumt mit den Vorurteilen über Kegler auf: „Unsere Herren spielen Bundesliga und die Damen in der Landesliga, der zweithöchsten Spielklasse bei den Frauen. Das Image, wir gehen einen trinken und kegeln, passt nicht. Man braucht dafür Kondition.“

Aktuell würden die meisten Kegler aus dem eigenen Nachwuchs gewonnen. „Wir haben aktuell 15      Jugendliche in der Schulgruppe. Quereinsteiger gibt es in unserem Sport selten“, sagt Gabi Reimers, Jugendwartin der Pinneberger Kegler und ergänzt: „Wir legen auch viel Wert auf die Freizeitgestaltung. Für Turniere reisen wir durch ganz Deutschland.“ Für Jugendliche sei das Probetraining in den ersten zwei bis drei Monaten beitragsfrei. Gekegelt werde immer freitags von 15.30 bis 18 Uhr. Die Damenmannschaft trainiert mittwochs von 19 bis 22        Uhr, die Herrenmannschaft freitags von 20 bis 22      Uhr. Spezielle Angebote für Flüchtlinge gebe es bisher nicht. „Wir sind sicherlich flexibel genug, um Lösungen zu finden, wenn jemand dem Verein beitreten will und es Probleme beim Beitritt gibt“, versichert Heitgres.

„Wir wollen auch zeigen, dass es sehr einfach ist, etwas zu organisieren“, sagt Burmeister. Kählert ergänzt: „Jeder Verein sollte darüber nachdenken, was er anbieten kann. Wir wollen die Integration schaffen. Da ist es wichtig, jemanden kennenzulernen, wenn die Flüchtlinge hier bleiben werden.“ Burmeister hakt an dieser Stelle ein: „Kegeln ist ein integrativer Sport.“




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