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Feuerwehr Ellerbek : Kaum ist die Farbe dran – ist die Garantie weg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Anstrich der neuen Ellerbeker Feuerwehr-Fahrzeughalle könnte Dämmung der Fassade beschädigen

von
erstellt am 04.Aug.2015 | 14:00 Uhr

Sie wollten doch nur ihr neues Gebäude aufhübschen – und haben jetzt mächtig Ärger deswegen. In Eigenleistung verzierten die Ellerbeker Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr die neu gebaute Fahrzeughalle mit roter Farbe. Schließlich sollte zu erkennen sein, dass es sich hier nicht um einen Flugzeughangar, wie die architektonische Gestaltung vermuten lässt, sondern um ein Gebäude der Brandschützer handelt.

Und dann das: „Es könnte passieren, dass sich durch die Farbe die Dämmung so stark aufheizt, dass Risse im Putz entstehen“, erklärte Götz Vagt vom Bauamt des Amts Pinnau im Gespräch mit dieser Zeitung. Putz und Beschichtung – das sogenannte Wärmedämmverbundsystem – müssten genau auf die Farbe abgestimmt sein, damit das nicht passiere. „In der Regel lehnt der Hersteller dann ab, dafür die Gewährleistung zu übernehmen“, sagte Vagt. Die Feuerwehr habe in diesem Fall eigenmächtig gehandelt und ohne vorherige Absprache einfach losgepinselt.

Was zunächst wie ein Aprilscherz klingt, bestätigte das Büro des Architekten Daniel Schöning. „Je dunkler die Farbe ist, desto höher ist der Aufwand für die Dämmung“, teilt eine Sprecherin des Büros mit. Die Farbe müsse vorher bekannt sein, damit entsprechend gedämmt werden könne. „Für dieses Gebäude war kein Farbanstrich vorgesehen“, so die Auskunft der Sprecherin.

Auch der Bauausschussvorsitzende Heinz-Martin Timm bestätigte, dass es hierfür eine Vorschrift gibt: „Die Abstrahlung der Farbe muss mindestens 20 Prozent betragen“, erläuterte er.

Wehrführer Holger Rechter indes versteht die Aufregung nicht und sieht’s gelassen. „Wir haben uns bei verschiedenen Malern erkundigt und die hatten alle in dieser Hinsicht keinerlei Bedenken“, sagte er.

Das nächste Ärgernis steht übrigens auch schon ins oder besser: aufs Haus. Die Kameraden wünschen sich einen Schriftzug am Gebäude: „Freiwillige Feuerwehr Ellerbek“ soll darauf stehen. Sollte dieser jedoch am Dach angebracht werden, müsste dazu die Dachhaut durchbrochen werden – was wiederum zur Folge hätte, dass auch dieser Hersteller die Gewährleistung ablehnen könnte.

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