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Pinneberger Tageblatt

20. Oktober 2017 | 13:21 Uhr

"Karteileichen" werden zum Problem

vom

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 01:14 Uhr

Pinneberg | SEPA wird zur Herkulesaufgabe für die Kommunen. In Pinneberg wird die Umstellung auf den einheitlichen europäischen Zahlungsraum (Single Euro Payment Area) dabei offensichtlich durch "Karteileichen" noch zusätzlich erschwert. Die Stadt ist bereits eifrig dabei, viele Bürger sowie alle Firmen anzuschreiben und um Mitteilung der BIC und IBAN zu bitten. Diese werden in Zukunft die bisher bekannten Bankleitzahlen und Kontonummern ersetzen. Wer weiterhin Geld einziehen möchte, für den gilt: Ohne eine schriftlich vorliegende Einverständniserklärung des Schuldners ist dies nicht möglich. So muss sich auch Pinneberg mit allen in Verbindung setzen, die der Stadt eine Einzugsermächtigung erteilt haben, um ihre Rechnungen zu begleichen.

"Allerdings ist der Datenbestand der Stadt wohl nicht auf dem Laufenden", sagt der Unternehmer Olaf Tonner. Er bekam Post aus Pinneberg, obwohl seine Hamburger Adressbuchverlag GmbH ihren Sitz seit etwa 15 Jahren in Wedel hat und die Stadt deshalb schon lange keine Gewerbesteuern mehr von ihm einzieht. Auch seine Mutter wurde angeschrieben. Dabei hat die ihr Haus vor neun Jahren verkauft und seitdem keine Grundsteuer mehr bezahlt. "Diese Aktion zeigt mir, dass die Stadtverwaltung ihren Adressbestand nicht im Griff hat", stellt Tonner fest. Durch diese Anschreiben an Personen beziehungsweise Firmen, bei denen die Stadt aktuell gar nicht abbuche, würden nicht unerhebliche Steuergelder durch Druck und Porto vergeudet, kritisiert der Unternehmer.

Tonner machte die Stadt auf die Fehler aufmerksam und bat darum, seine Adresse ebenso wie die seiner Mutter aus dem Verzeichnis zu löschen. Die Stadt teilte ihm daraufhin mit, dass die Änderungen vermerkt werden.

Für den Unternehmer ist der Fall damit erledigt. Die SEPA-Änderungen werden die Stadt aber noch einige Zeit beschäftigen. Bereits zum 1. Dezember soll wie berichtet in Pinneberg der nationale Zahlungsverkehr durch den neuen europäischen Standard ersetzt werden. Zirka 35 000 neue Einzugsermächtigungen sind dafür in Pinneberg erforderlich.

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