Kaputt, marode und zugewachsen

Einer der schlimmsten Radwege ist der an der Landesstraße 107 von Tornesch über Prisdorf nach Pinneberg.
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Einer der schlimmsten Radwege ist der an der Landesstraße 107 von Tornesch über Prisdorf nach Pinneberg.

Leser nennen unserer Redaktion die schlimmsten Radwege im Kreis Pinneberg

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14. Dezember 2018, 16:00 Uhr

Löcher, Rillen, Gestrüpp, Bodenwellen – der Zustand vieler Radweg im Kreis Pinneberg ist katastrophal. Doch es tut sich etwas. Die Stadt Pinneberg will mehrere Radwege sanieren. Der Kreis ebenfalls. Zudem erarbeiten Kreisverwaltung und Kreispolitik derzeit ein Radwegekonzept. Der Radschnellweg von Elmshorn nach Hamburg ist ebenfalls in der Planung.

Beim Land, das für die Radwege an den Landesstraßen zuständig ist, hakt es dagegen noch, wie Harald Haase, Sprecher des Kieler Verkehrsministeriums, unserer Zeitung auf Anfrage mitteilte: „Im Sinne der koordinierten Erhaltungsplanung werden aus Effizienzgründen sanierungsbedürftige Radwege grundsätzlich im Zusammenhang mit den anstehenden Fahrbahnsanierungen durchgeführt. Im Gegensatz zur letzten Legislaturperiode erfolgt dies unabhängig von ihrer Bedeutung im landesweiten Radverkehrsnetz.“

Manchmal seien auch fahrbahnunabhängige Radwegsanierungen möglich. Die beschränkten sich aber zunächst auf Streckenabschnitte mit herausgehobener Bedeutung im landesweiten Radverkehrsnetz. Haase: „Die Kriterien hierfür sind: Bestandteil im landesweiten Radverkehrsnetz oder in einem vergleichbaren kreisweiten Radverkehrsnetz, intensive Nutzung durch Radfahrer, Verkehrsbelastung deutlich über dem Durchschnittswert und Verkehrssicherheitsaspekte.“

Dennoch sei auch eine Verbesserung der Radwegsituation an den Landesstraßen möglich, so Ministeriumssprecher Haase. Momentan laufe die nächste Zustandserfassung der Radwege. Die Ergebnisse müssten abgewartet werden.

Außerdem weist Haase auf die derzeit in der Metropolregion Hamburg erarbeiteten Machbarkeitsstudien für Radschnellwege hin. „Dadurch könnten einige Radwege überflüssig werden beziehungsweise in einen entsprechenden Ausbau mit einfließen“, sagt er. Hier sei die Planung allerdings noch in einem Frühstadium.

Unabhängig davon haben die Leser unserer Zeitung weitere Radwege genannt, die in einem schlechten, manchmal auch in einem desolaten Zustand sind.
1. Radweg an der Kreisstraße 21 vom Ortsausgang Kummerfeld bis zur Bilsbekbrücke.
Leserbeschreibung: Viele Querrinnen und Vertiefungen im Radweg, der hier kaum befahrbar ist.
Stellungnahme vom Kreis: Hier gibt es Sanierungsbedarf, die entsprechenden Planungen für eine Reparatur laufen bereits. Kreissprecher Oliver Carstens: „Wir werden uns bemühen, eine Radwegsanierung beziehungsweise einen neuen Deckenüberzug noch in diesem Jahr, sonst spätestens in der ersten Jahreshälfte 2019 auszuschreiben.“ Auf dem Radweg gebe es einen Bankettüberwuchs und Verdrückungen in Längs- und Querrichtung, diese seien aber nicht verkehrsgefährdent. Darüber hinaus sei der Geh- und Radweg an der K21 von Pinneberg nach Kummerfeld in einem guten bis sehr gute Zustand.
2. Radweg zwischen Hemdingen und Ellerhoop an der L 195.
Leserbeschreibung: Katastrophaler Zustand, Aussackungen und querlaufende Baumwurzeln.
Stellungnahme vom Land: Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Auskunft, in welchem Zeitraum eine Sanierung erfolgen wird, nicht möglich.
3. Radweg zwischen Waldenau und Halstenbek an der Datumer Chaussee.
Leserbeschreibung: Sanierungsbedürftig und marode.
Stellungnahme der Stadt Pinneberg. Dieser Radweg muss nur noch im Teilbereich von Hausnummer 222 bis Hausnummer 192, soweit möglich, verbreitert und neu asphaltiert werden.
4. Radweg von Hetlingen Richtung Holm an der Landesstraße 261
Leserbeschreibung: Total zugewachsen mit Schilf und Brennnesseln.
Stellungnahme vom Land: Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Auskunft, in welchem Zeitraum eine Sanierung erfolgen wird, nicht möglich.
5. Radweg an dem L 107 von Tornesch über Prisdorf nach Pinneberg.
Leserbeschreibung: Zahlreiche Wurzelaufbrüche, Berg-und-Tal-Bahn, Flickschusterei, eigentlich nicht mehr befahrbar.
Stellungnahme vom Land: Der Radweg erfülle zwar Kriterien für eine fahrbahnunabhängige Radwegsanierung. Der Radweg weise nach der Zustandserfassung von 2009 „zwar an einzelnen Stellen Schäden aus“, sei aber insgesamt noch in einem durchschnittlichen Zustand.

6. Radweg an der Landesstraße 113 von Sparrieshoop über die Autobahnbrücke zur Ampel an der L113/L288.
Leserbeschreibung: Kaputt und marode.
Stellungnahme vom Land: Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Auskunft, in welchem Zeitraum eine Sanierung erfolgen wird, nicht möglich.
8. Geh- und Radweg in der Friedenstraße in Pinneberg.
Leserbeschreibung: Marode.
Stellungnahme der Stadt Pinneberg: Es sind drei Bauabschnitte für die Jahre 2019, 2020 und 2021 zur Erneuerung angemeldet. Aber auch hier handelt es sich um eine Tempo-30-Zone und es ist geplant, die vorhandenen Bereiche als Gehwege herzustellen. Dies ist vor einigen Jahren schon im ersten Abschnitt vom Hindenburgdamm bis Haidkamp passiert.
9. Radweg zwischen Pinneberg und Halstenbek an der Nienhöfener Straße und Datumer Straße.
Leserbeschreibung: Komplett ungeeignet und sanierungsbedürftig.
Stellungnahme der Stadt Pinneberg: Der Weg ist in einem schlechten Zustand. Aber es stehen auf Pinneberger Seite keine Beschilderungen für eine Radwegebenutzungspflicht. Bauliche Maßnahmen sind nicht vorgesehen.
10. Elmshorner Straße in Pinneberg.
Leserbeschreibung: Die Straße ist ein reiner Flickenteppich von Straßenbelägen. Alle paar Meter ein anderer Belag mit Höhendifferenzen, die ein zügiges Radfahren unmöglich machen.
Stellungnahme der Stadt Pinneberg: Für die Erneuerung/Sanierung sind für 2019 Planungsgelder angemeldet. Die Bauabschnitte sollen dann zwischen 2020 und 2022 realisiert werden. Geplant ist die Maßnahme von Osterloher Weg bis Hans-Hermann-Kath-Brücke.

7. Landesstraße 110 von Barmstedt nach Bevern.
Leserbeschreibung: Kaputt und marode.
Stellungnahme vom Land: Zum jetzigen Zeitpunkt ist eine Auskunft, in welchem Zeitraum eine Sanierung erfolgen wird, nicht möglich.
11. Radweg der Straße Schulenhörn in Pinneberg.
Leserbeschreibung: Teilweise bis auf 20 Zentimeter zugewachsen.
Stellungnahme der Stadt Pinneberg: Für den Bereich von Berliner Straße bis Flagentwiete sind für 2019 und 2020 Mittel für eine Erneuerung angemeldet. Da es sich um eine Tempo-30-Zone handelt, werden die Radwege zurückgebaut und Parkstreifen hergestellt.

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