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Vier Duelle um die Direktmandate : Kandidatenkür für die Landtagswahl im Frühjahr 2017

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

CDU und SPD im Kreis Pinneberg schicken fünf amtierende Abgeordnete, einen ehemaligen Parlamentarier und einen Neuling ins Rennen.

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erstellt am 18.Jan.2016 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Acht Politiker der beiden großen Parteien, CDU und SPD, gehen ins Rennen um die vier Direktmandate, die im Kreis Pinneberg im Zuge der Landtagswahl 2017 vergeben werden können.

Der Elmshorner Landtagswahlkreis ist für die CDU praktisch nicht zu gewinnen. 2009 hatte Michael von Abercron (CDU) dennoch gegen Siegrid Tenor-Alschausky (SPD) die Nase vorn. Doch das war auf dem Höhepunkt der Hartz-IV-Gesetzgebung, als viele Genossen mit ihrer Partei fremdelten. Fünf Jahre später servierte die Sozialdemokratin Beate Raudies erst ihre Parteifreundin, die damals amtierende Landtagsabgeordnete Tenor-Alschausky, bei der Kandidatenaufstellung ab und sorgte anschließend für das vorläufige Ende der Landtagskarriere ihres christdemokratischen Konkurrenten von Abercron. Nun kommt es erneut zu diesem Duell, auch wenn Raudies sich noch ziert, ihre Kandidatur bekannt zu geben: „Dazu werde ich mich in 14 Tagen äußern.“

Tatsächlich gehen die Genossen im Kreisgebiet davon aus, dass sich all ihre Landtagsabgeordneten erneut dem Votum der Wähler stellen. „Wir haben sehr fleißige und kompetente Abgeordnete aus dem Kreis Pinneberg. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie alle wieder antreten“, sagt SPD-Kreischef Thomas Hölck.

Von Abercron wird der erste Kandidat sein, den die CDU kürt: Am Freitag, 12. Februar wird in der Klein Nordender Gaststätte Zum Tannenbaum, von 18 Uhr an der Landtagskandidat für den Wahlkreis 21 (Elmshorn, Elmshorn-Land, Tornesch) gewählt. Die Sitzung wird der CDU-Kreischef Ole Schröder leiten.

Da das bisher zu diesem Wahlkreis gehörende bürgerliche Appen dem Wahlkreis Uetersen, Wedel, Elbmarschen zugeschlagen worden ist, ist der Wahlkreis noch schwieriger für die Union zu erobern. „Das ist eine spannende Herausforderung. Und es macht mir Spaß“, sagt von Abercron, der im Umweltministerium des Landes arbeitet. Er würde die Region, in der über Jahrzehnte viele Freundschaften und Verbindungen gewachsen seien, gern wieder im schleswig-holsteinischen Landtag vertreten.

Den Wahlkreis 24 (Pinneberg, Halstenbek, Schenefeld) gewann bei der vergangenen Landtagswahl der Sozialdemokrat Kai-Oliver Vogel. Um die Nachfolge der damals unterlegenen CDU-Kandidatin Natalina Boenigk rangeln nun die Christdemokraten Kerstin Seyfert und Torsten Hauwetter. Am Freitag, 19. Februar, wird von 18.30 Uhr an unter der Leitung von Schröder im Pinneberger Hotel Cap Polonio entschieden, wer versuchen darf, Vogel das Direktmandat abzuluchsen. 2009 gewann dort Christdemokrat Christian von Boetticher.

Schwieriger als im Pinneberger Wahlkreis wird es für die Genossen, das Direktmandat im Wahlkreis 23 zu holen. Sowohl 2009 als auch 2012 hatte der SPD-Kreisvorsitzende Hölk gegen die ehemalige Bürgermeisterin von Hetlingen, Barbara Ostmeier, das Nachsehen. Nun gehört auch Appen zu diesem Wahlkreis – ebenfalls nicht gerade eine rote Hochburg. Nachdem er bereits von 2005 bis 2009 ein Landtagsmandat hatte, rückte Hölk im November 2014 in den Landtag nach, so dass aus diesem Wahlkreis sogar zwei Abgeordneten im Parlament sitzen. Ostmeier macht ebenfalls weiter und soll am Freitag, 11. März, von ihren Parteifreunden aus dem Wahlkreis nominiert werden. Leiten wird die Sitzung Daniel Günther, Chef der CDU-Landtagsfraktion.

CDU-Kreischef Schröder hat indes wieder den Vorsitz bei der Wahl des CDU-Kandidaten im Wahlkreis 22 (Pinneberg-Nord). Am Montag, 7. März, wird dort erneut der Landtagsabgeordnete Peter Lehnert aufgestellt. Die Versammlung beginnt um 19 Uhr in der Bilsener Mühle. Lehnert ist seit dem Jahr 1992 Landtagsmitglied. Damals rückte er über die Landesliste nach, danach wurde er stets mit deutlichem Vorsprung direkt gewählt. Lehnert, der auch Bürgermeister von Bilsen ist, ist in seinem Wahlkreis unumstritten. Bei der vergangenen Kandidatenkür stimmten alle 241 anwesenden Christdemokraten für ihn.

Zuletzt gelang es der SPD-Politikerin Sabine Hamer 1988 und 1992 diesen tiefschwarzen Wahlkreis direkt zu gewinnen. Das war allerdings im Zuge der Barschel-Affäre. Danach ging es bei den Genossen nur noch darum, wer als nächster Lehnert unterliegt. 2012 war es Johanna Skalski. Die hatte zuvor auf FDP-Ticket vergeblich versucht, Bürgermeisterin von Quickborn zu werden. Mittlerweile ist die Rechtsanwältin Mitglied des Elmshorner Stadtverordnetenkollegiums. Sie habe sich noch nicht damit beschäftigt, sagte sie auf die Anfrage nach einer erneuten Kandidatur. Parteifreunde halten es für wahrscheinlich, dass sie wieder antritt.

CDU-Kreischef Schröder ist zufrieden mit den Kandidaten seiner Partei: „Ich freue mich, dass die etablierten Kandidaten Peter Lehnert und Barbara Ostmeier wieder antreten. Sie haben hervorragende Arbeit geleistet. Mit Michael von Abercron ist ein bekannter Politiker bereit, wieder Verantwortung im Wahlkreis zu übernehmen.Und im Pinneberger Wahlkreis treten zwei starke Kandidaten an.“ Der Pinneberger SPD-Kreisverband indes wählt seine Wahlkreiskandidaten für die Landtagswahl 2017 erst am 15., 16., 29. und 30. September.

Die Grünen haben indes keine Chance, einen Direktkandidaten bei der kommenden Landtagswahl durchzubekommen. Über die Landesliste kamen beim vergangenen Urnengang Erika von Kalben aus Borstel-Hohenraden und die Halstenbekerin Ines Strehlau in den Landtag Schleswig-Holsteins. „Es kann durchaus sein, dass ich wieder antrete“, sagte Strehlau auf Nachfrage dieser Zeitung. Von Kalben konnte die Frage nach einem Wiederantreten hingegen deutlicher beantworten: „Ja“, sagte die Fraktionsvorsitzende ihrer Partei im Kieler Parlament. Die andere Parteien haben keinen Abgeordneten aus dem Pinneberger Kreisgebiet.

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