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Das wird teuer : Kanalsanierungsarbeiten in Ellerbek

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ellerbeks Schmutz- und Regenwasserleitungen sind an zahlreichen Stellen reparaturbedürftig. Die Gesamtkosten betragen 5,5 Millionen Euro.

Ellerbek | Im März dieses Jahres wurde ein Ingenieurbüro mit der Erstellung eines Sanierungskonzepts für die Entwässerungskanäle der Gemeinde Ellerbek beauftragt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind nun da und wurden von Diplom-Ingenieur Oliver Timm von der Ingenieurgesellschaft Burfeind und Tiensch aus Hasloh während der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses in Ellerbek vorgestellt.

Das Ergebnis: Würde die Gemeinde alle festgestellten Schäden sofort sanieren, beliefen sich die Gesamtkosten auf etwa 5,5 Millionen Euro. Werden die schwerwiegendsten Schäden der Klassen fünf und vier als Priorität gesehen, muss Ellerbek mit etwa 3,1 Millionen Euro rechnen. Als Problemgebiet wurde insbesondere das Wasserschutzgebiet in der Gemeinde bezeichnet. „Das Wichtigste für uns ist die Schmutzwasserleitung im Wasserschutzgebiet. Das muss unbedingt angegangen werden“, sagte Ellerbeks Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP) während der Sitzung. Hier würden Kosten in Höhe von 805.000 Euro anfallen.

Die Gemeinde besitzt ein Kanalnetz von knapp 45 Kilometern. Untersucht wurden sowohl die Regenwasser- als auch die Schmutzwasserleitungen. 24 Kilometer umfasst das Regenwassernetz, die Länge des Schmutzwassernetztes liegt bei etwa 20 Kilometern. „Wir haben in der Gemeinde insgesamt 97 Prozent aller vorhandenen Leitungen untersucht. Das ist eine ziemlich gute Quote“, erklärte Timm.

Doch der Zustand einiger Kanäle lässt zu wünschen übrig. 3826 Einzelschäden wurden in den Schmutzwasserleitungen sowie 9365 Schäden in den Regenwasserleitungen festgestellt. Wurzeleinwuchs, Rissbildung, verschobene Verbindungen mit sichtbarem Hohlraum oder ausgebrochene Wandteile waren die Schäden, die die Firma feststellte. „Das sind allerdings typische Schäden, die in ländlichen Regionen auftreten können“, beruhigte Timm die Ausschussmitglieder.

 

Die Bewertung der Ergebnisse erfolge über sogenannte Objektklassen. Die Einstufung geht von null, schadensfrei und kein Handlungsbedarf, bis fünf, umgehender Handlungsbedarf. In den Schmutzwasserleitungen wurden 633 Schäden der Kategorie drei, 85 Mängel der Kategorie vier und 146 der Kategorie fünf zugewiesen. Beim Regenwasser sieht es so aus: 1714 in der Klasse drei, 134 in der Klasse vier und nur sechs in der Klasse fünf.

Als Lösungsmöglichkeiten nannte Timm die Reparatur, die Renovierung sowie die Erneuerung. „Die drei Verfahren haben eine unterschiedliche Nutzungsdauer“, sagte Timm. Als Empfehlung für die Gemeinde schlug er die Renovierung mit einer ungefähren Nutzungsdauer von 50 Jahren vor.

„Die technischen Möglichkeiten sind auch hier sehr unterschiedlich. Ich persönlich würde das sogenannte Schlauch-Lining empfehlen“, erklärte Timm weiter. Dabei werde ein Kunststoffschlauch in den Kanal eingezogen oder eingespült, der anschließend aushärtet. „Das Gute an diesem Verfahren ist, dass in 95  Prozent der Fälle keine Bohrungen stattfinden müssen. Dies wäre eine Entlastung für die Anwohner sowie die Autofahrer“, betonte Timm. Er riet den Ausschussmitgliedern auch, den schwerwiegenden Schäden Priorität zu verleihen, darunter dem Wasserschutzgebiet. Das weitere Vorgehen soll in der Gemeinderatssitzung beraten werden. Termin ist am Donnerstag, 17. Dezember.

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