zur Navigation springen

Bönningstedt : Kanalsanierung durch neue Gebühr

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ab 1. Juli 2015 erhebt Bönningstedt Abgaben für Niederschlagswasser. Rohrleitungen sollen mit den Einnahmen erneuert werden.

Bönningstedt | Vor zehn Tagen wurden sie verschickt, bis Anfang Dezember sollen die Erhebungsbögen ausgefüllt und zurückgesandt werden – so zumindest sieht es der Zeitplan vor, den Hamburg Wasser am Dienstagabend dem Bönningstedter Publikum vorstellte. Hintergrund ist die Erhebung der Niederschlagswassergebühr, die ab 1. Juli 2015 umgesetzt werden soll. Mit Hilfe dieser Gebühr sollen die teils maroden Rohrleitungen in den kommenden Jahren repariert werden.

„Für uns galt es zunächst festzustellen, in welchem Zustand die Bönningstedter Kanäle sind“, erläuterte Lars Christiansen (Hamburg Wasser) den Gästen in der Aula der Gemeinschaftsschule Rugenbergen. Dazu habe das Unternehmen mit Hilfe von Kamerabefahrungen zunächst ein Kanalkataster erstellt und dann mit der Auswertung der Bilder begonnen. Dabei sei ein Sanierungsbedarf in Höhe von etwa 1,6 Millionen Euro ermittelt worden. „Hinzu kommt, dass ein Regenwasserrückhaltebecken gebaut werden muss – macht insgesamt etwa zwei Millionen Euro“, so Christiansen weiter. Für Bönningstedter Haus- und Grundbesitzer bedeutet das, dass jeder, der Regenwasser in das öffentliche System einleitet, künftig dafür bezahlen muss. Grundlage der Gebühr ist dabei die versiegelte Fläche eines Grundstücks. „Dazu zählen Hausdächer ebenso wie gepflasterte Einfahrten oder Garagen“, erklärte Christiansen.

Die Ermittlung dieser Fläche beschrieb Norbert Weritz von der Gesellschaft für Umweltberatung und Projektmanagement BFUB. „Wir haben Luftbilder, über die dann die Aufteilung der Flurstücke gelegt wird. Dank der Qualität der Luftbilder ist dann die bebaute Fläche sehr gut zu erkennen“, sagte Weritz. Grundlage der Gebühr sei die versiegelte Gesamtfläche, die dann anteilig auf die Eigentümer umgelegt werde.

„Was ist mit Wohneigentumsgemeinschaften oder zum Beispiel bei Doppelhäusern, bei denen das Flurstück nicht geteilt ist?“, wollte eine Besucherin wissen.

Daten nur für Erhebung nutzbar

„Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder die Nachbarn setzen sich zusammen und regeln das unter sich oder jeder misst genau seine Fläche aus und es werden Einzelbescheide verschickt“, so Christiansens Antwort.

Probleme mit dem Datenschutz sahen gleich mehrere Bürger: Sie wollten wissen, was die rechtliche Grundlage für die Luftbilder und die Vermessung der Grundstücke sei. „Die Satzung, die die Gemeinde bereits verabschiedet hat legt fest, dass die Auswertung der Daten ausschließlich für die Erhebung dieser Gebühr genutzt werden darf“, erklärt dazu Michael Görres von der Quickborner Verwaltungsgemeinschaft auf Nachfrage dieser Zeitung.

Die Frage nach der Höhe der Gebühr könne zu diesem Zeitpunkt nicht exakt genannt werden, da die Gesamtgröße der versiegelten Fläche noch nicht ermittelt sei, so Christiansen. Erfahrungswerte aus anderen Gemeinden hätten gezeigt, dass die Spanne von 30 Cent bis 75 Cent pro Quadratmeter reiche.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 20.Nov.2014 | 14:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen