Rellingen : Kampf um Mühlenau-Wanderweg

Die Rellinger SPD-Urgesteine Walter Koop (links) und Helmut Tilgner (rechts) sowie Rainer Naujox (Naturfreunde) wollen eine Bürgerinitiative ins Leben rufen. Links ist der geplante Trassenverlauf am Ufer der Mühlenau (rechts am Bildrand) zu sehen.
Die Rellinger SPD-Urgesteine Walter Koop (links) und Helmut Tilgner (rechts) sowie Rainer Naujox (Naturfreunde) wollen eine Bürgerinitiative ins Leben rufen. Links ist der geplante Trassenverlauf am Ufer der Mühlenau (rechts am Bildrand) zu sehen.

Nach Ablehnung im Verkehrsausschuss: Mitglieder der SPD und des Vereins Naturfreunde Pinneberg wollen Bürgerinitiative gründen.

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22. Mai 2015, 12:06 Uhr

Rellingen | Es sah schon einmal besser aus mit einem möglichen Wanderweg entlang der Mühlenau in Rellingen. Anfang dieses Monats lehnte der CDU-dominierte Verkehrsausschuss einen Antrag der SPD zur Einrichtung eines Arbeitskreises ab, in dem die Möglichkeiten eines Baus ausgelotet werden sollten. Nun soll eine Bürgerinitiative her, um das Vorhaben doch noch auf den Weg zu bringen.

Der Weg soll, so das Ziel der Befürworter, zu denen außer SPD-Vertretern auch Grüne sowie Mitglieder der Naturfreunde Pinneberg gehören, am Ende von der Pinneberger Straße am Staatsforst Rantzau entlang bis zur Kellerstraße in Ellerbek führen. Der erste Bauabschnitt, um dessen Realisierung es den Initiatoren aktuell geht, erstreckt sich von der Rellinger Seite aus jedoch erst einmal nur bis zur Straße Bosselwisch – eine Strecke von ungefähr einem Kilometer. „Die Idee gab es schon in den 1970er Jahren und sie wurde dann um 2008 herum wieder konkret“, sagt Walter Koop. Der 80-Jährige war seinerzeit Gemeindevertreter der Sozialdemokraten und ist auch heute noch politisch aktiv. Das Bürgerinteresse sei vorhanden: Bei einer vor drei Jahren durchgeführten Unterschriftenaktion hätten sich mehrere hundert Rellinger dafür ausgesprochen, den weg einzurichten Das Problem dabei: Weil ein Großteil der Trasse über Privatgrundstücke verlaufen würde, wären Verhandlungen mit den Eigentümern unumgänglich – und die reagieren der Pinneberger Verwaltung zufolge bislang mehr als zurückhaltend auf die Pläne.

Für Rainer Naujox, Vorsitzender der Naturfreunde, kein Anlass, zurückzustecken. „Die Gemeinde sollte noch einmal auf die Eigentümer zugehen“, sagt er. Zumal es sich bei dem Wanderweg auch um einen einfachen Pfad handeln könne – mit einer unbefestigten Oberfläche. „Das“, so Naujox“, „wäre viel unkomplizierter umzusetzen.“

Die CDU indes machte im Ausschuss sowie auf Anfrage dieser Zeitung auch gestern noch einmal ihren ablehnenden Standpunkt deutlich. „Abgesehen von der Eigentümerproblematik würden wohl vor allem Hundehalter den Weg nutzen, deren Vierbeiner überall das Wild aufscheuchen“, sagt Ausschuss-Mitglied Thorsten Karp. Die Natur sei am besten zu schützen, wenn man sie in Ruhe lasse. Aussagen, die Naujox überhaupt nicht nachvollziehen kann. „Dann dürfte es beispielsweise auch keine Nationalparks geben. Das Gegenteil ist richtig. Nur wer die Umwelt kennenlernt und erlebt, kann sie auch gut schützen“, sagt er. Dafür sei der Wanderweg ein Mosaikstein. „Wir“, so Naujox kämpferisch, „geben die Hoffnung nicht auf.“ Statt eines Weges sei auch ein einfacher Pfad denkbar, der nicht einmal einen feste Untergrund haben müsste

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