Rellingen : Kampf um den Erhalt der Grimmschule

Wieland Witt drängt auf den Erhalt der Schule.
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Wieland Witt drängt auf den Erhalt der Schule.

Wieland Witt, Chef des Vereins für Heimatkunde Rellingen, wünscht sich Fortbestand des bisherigen Standorts an der Schmiedestraße.

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06. Mai 2015, 12:15 Uhr

Rellingen | Die Zukunft der Brüder-Grimm-Schule beschäftigt derzeit in Rellingen die Gemüter. Neubau oder Erweiterung am alten Standort – das sind die beiden Optionen, die in Frage kommen. Am Dienstag, 19. Mai, soll der Ausschuss für Bauwesen darüber endgültig entscheiden.

Geht es nach dem Verein für Heimatkunde Rellingen, dann kommt nur eine Lösung in Frage: die Aufrechterhaltung des Standortes an der Schmiedestraße. Mit aller Vehemenz tritt Wieland Witt, der Vorsitzende des Vereins, dafür ein. „Das Schulhaus, das am 16. Mai 1940 unter Teilnahme der gesamten Bevölkerung feierlich eingeweiht wurde, war ein Meilenstein des Fortschritts in der Entwicklung des Rellinger Schulwesens im Hinblick auf die baulichen Gegebenheiten der damaligen Zeit“, sagt er. Architekt Klaus Groth sei ein Mann gewesen, der „das Bild unserer Heimat einschließlich des Wiederaufbaus von Helgoland entscheidend und nachhaltig mitgeprägt hat“ – der Arbeitsnachlass des 1979 verstorbenen Pinnebergers gehöre mit etwa 4000 Originalplänen und Fotos zu den umfangreichsten und inhaltlich interessantesten Beständen des Schleswig-Holsteinischen Archivs für Architektur und Ingenieurbaukunst. „Insofern wäre der Erhalt des Schulhauses der Brüder-Grimm-Schule ein Beitrag zum Erhalt kulturhistorisch wertvoller Bauten sowie außerdem ein Ausdruck der Wertschätzung der Bevölkerung Rellingens“, sagt Witt, der darüber hinaus auch finanzielle Gründe anführt. „Die Kosten für einen Neubau wären doppelt so hoch wie eine Umgestaltung und Erweiterung am bisherigen Standort, für die dort auch ausreichend Platz ist“, so der Vereinschef.

Tatsächlich liegt die Investitionssumme bei einem Neubau nach Informationen dieser Zeitung sogar um das Dreifache höher als ein Anbau. So müsste für eine Verlagerung der Schule an einen anderen Standort zunächst ein Grundstück erworben werden – gehandelt wird ein Areal zwischen Ellerbeker Weg und Tangstedt Chaussee, das auf etwa 1,9 Millionen Euro taxiert wird. Für annähernd drei Millionen Euro müsste zudem eine neue Sporthalle errichtet werden.

Dass das Thema überhaupt noch auf der Tagesordnung steht, liegt indes an der CDU. Auf Antrag der Christdemokraten war die Schulfrage im vergangenen Bauausschuss Mitte April zurück an die Fraktionen delegiert worden. Und die haben sich, von der CDU abgesehen, längst positioniert: Mit dem Verweis auf Kosten und die vorhandene Infrastruktur wollen sowohl SPD als auch Grüne am alten Standort an der Schmiedestraße festhalten. Die Schule selbst will sich laut Leiterin Svenja Schütterle erst nach einer Entscheidung äußern.

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