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Bildung in Pinneberg : Kampf gegen die Schulmisere

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eine Schüler-Ausstellung soll Stärken und Schwächen der Pinneberger Bildungslandschaft deutlich machen.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2014 | 12:00 Uhr

Pinneberg | Der Sanierungsstau an Pinnebergs Schulen türmt sich wie ein unüberwindbarer Berg vor den Entscheidungsträgern auf. 36 Millionen Euro müssen in vier Jahren in die Bildungseinrichtungen gesteckt werden. Wichtige Investitionen in Inklusion und andere pädagogische Reformen sind da noch nicht eingerechnet. Doch die Betroffenen wollen den Kampf annehmen.

Eine von ihnen ist Ilka Gohla, Schulelternbeirat an der Grund- und Gemeinschaftsschule im Quellental (GuGs). Die Pinnebergerin arbeitet beruflich als Museumspädagogin. Ihr Credo in der Schulkrise: „Wir wollen nach vorne schauen.“ Mit einer Ausstellung in der Pinneberger Rathauspassage will sie nun die Zustände in den Schulen dokumentieren – aber auch die Stärken hervorheben. Gohlas Konzept, dass sie gemeinsam mit den Amtskollegen Carola Meyer von der Johannes-Brahms-Schule und Markus Knobelsdorf von der Johann-Comenius-Schule erarbeitet hat: An Stellwänden, vor allem aber auf orginalen Bänken aus der Umkleidekabine der GuGs sollen die Besucher Fotografien, aber auch andere Beiträge aus den Pinneberger Schulen vorfinden. Die Schüler arbeiten derzeit mit Hochdruck an den Exponaten. Gohla und ihr Team schaffen dabei nur die Rahmenbedingungen. „Jede Schule kann sich frei im Positiven und im Negativen darstellen“, so die Museumspädagogin, die in Hamburg arbeitet. Feierliche Eröffnung ist am Mittwoch, 14. Mai, um 16 Uhr in der Rathauspassage. Die Ausstellung soll jedoch keine reine Dokumentation sein. Der Titel „Bitte nehmen Sie Platz“ verrät es schon. Die Besucher sollen verweilen und mit den Schulen in einen Dialog treten. Auf einer begleitenden Homepage nimmt das Team Vorschläge zur Problemlösung entgegen. Gohla stellt klar: „Wir schaffen das nicht allein. Wir können Wände in der Schule streichen, aber keine kompletten Umbaumaßnahmen stemmen.“

Nach jahrelanger Vernachlässigung ist das Thema Schulsanierung jetzt in aller Munde – und Gohla will dafür sorgen, dass alle Pinneberger gemeinsam für die Rettung der Bildungsstätten kämpfen. „Wir müssen den Standort Pinneberg stark machen“, betont sie. Es gebe genug pädagogische Arbeit in den Schulen der Kreisstadt, auf die alle Bürger stolz sein könnten. Auch deshalb hofft die Pädagogin darauf, dass der Grundtenor der Ausstellung ein positiver sein wird. „Unsere Schulen sind nicht nur defizitär“, betont sie.

Viel Lob hat Gohla für die derzeitige Stadtverwaltung übrig. „Bürgermeisterin Urte Steinberg hat ohne zu zögern die Schirmherrschaft übernommen.“ Doch aufgrund des drückenden Schuldenbergs kann sich die Pinnebergerin nicht vorstellen, dass sich die klamme Kommune allein aus dem Schlamassel befreit. „Wir brauchen Hilfe aus Kiel.“

An der Ausstellung nehmen momentan die Helene-Lange-Schule, die Grundschule Waldenau, die GuGs im Quellental, die Johannes-Brahms-Schule, die Theodor-Heuss-Schule und die Johann-Comenius-Schule teil. Die Exponate sind vom 13. bis zum 24. Mai in der Rathauspassage zu sehen. Weitere Informationen auf der Website des Projekts. www.nehmen-sie-doch-platz.de
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