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Borstel-Hohenraden : Kampf gegen den Lärm geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Auf der Quickborner Straße (L76) in Borstel-Hohenraden gilt jetzt Tempo 30. Bürgermeister Jürgen Rahn fordert weitere Maßnahmen.

shz.de von
erstellt am 12.Aug.2014 | 16:00 Uhr

Borstel-Hohenraden | Zirka 10.000 Fahrzeuge rollen täglich über die Quickborner Straße in Borstel-Hohenraden – die Landesstraße 76. Sie alle müssen jetzt in Höhe von Schule, Kita und Feuerwehrgerätehaus auf die Bremse treten. Seit vergangener Woche ist dort auf einer Strecke von 300 Metern Tempo 30 angesagt.

Doch das ist nicht alles. Auch auf der Teilstrecke der L76 zwischen den Ortsteilen Borstel und Hohenraden wurde die Geschwindigkeit von 70 auf 50 Kilometer pro Stunde reduziert. Zudem wurden auf dieser Teilstrecke auch die Ortsschilder versetzt – die jeweiligen Ortsteile damit verlängert. „Die Polizei hat angekündigt, hier in Zukunft verstärkt zu blitzen“, betont Bürgermeister Jürgen Rahn (CDU). „Ich merke schon, dass die Fahrer die Geschwindigkeit deutlich reduzieren. Aber vereinzelt gibt es immer noch Leute, die hier brettern. Es ist ein Gewöhnungsprozess.“

Rahn ist froh über die Umsetzung der Geschwindigkeitsbegrenzung, für die es bereits im Laufe des Jahres grünes Licht seitens des Verkehrsministeriums Schleswig-Holsteins gegeben hatte. An Unfälle kann er sich in den vergangenen zehn Jahren zwar nicht erinnern, „aber an Beinahe-Unfälle“, wie er sagt. Schulanfänger seien unterwegs, Kinder müssten die Straße überqueren. Der Verkehr habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen.

Auch Lorenz Groth, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Borstel-Hohenraden und Schulhausmeister, zeigt sich sehr glücklich über die Schilder, die auch den Verkehr vor der Ausfahrt des Feuerwehrgerätehauses entschleunigen sollen. „Das war unmöglich, wie die Leute hier gefahren sind“, verdeutlicht er. Es habe oft genug Beeinträchtigungen der Arbeit der Feuerwehr gegeben. „Dass wir da mit Sonderrechten runterfahren konnten, hat keinen interessiert. Wir waren diejenigen, die warten mussten. Dass wir jetzt schneller zu Einsätzen fahren können, begrüßen wir.“

Ebenso ist Nicole Piecha, Leiterin der Kindertagesstätte Johanniterhaus Pusteblume, erleichtert, dass jetzt auch vor ihrer Einrichtung Tempo 30 gilt. „Ich finde das super. Wir gehen mit den Kindern spazieren. Teilweise gehen sie im letzten Kita-Jahr an der Straße entlang alleine nach Hause. Es ist gut, dass Rücksicht auf die Kinder genommen wird und es ruhiger wird. Ich bin glücklich, dass sich die Gemeinde durchgesetzt hat.“

Über Jahre hinweg sei die Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30 gefordert worden, so Rahn. Der Besuch des schleswig-holsteinischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Reinhard Meyer (SPD) Anfang des Jahres brachte schließlich den gewünschten Erfolg. Aufgrund der besonderen Gegebenheiten habe man in diesem Einzelfall der Umsetzung der Geschwindigkeitsbeschränkung zugestimmt, heißt es seitens der Pressestelle des Ministeriums.

Doch damit ist die Gemeinde noch nicht am Ziel ihrer Wünsche. Der Verkehr ist zwar auf Abschnitten der L76 langsamer geworden. Laut bleibe er dennoch. Rahn bezeichnet die Tempolimits als Teilerfolg. Derzeit arbeite die Gemeinde daran, einen Lärmaktionsplan zu erstellen. Sein Wunsch: Zusätzliche Bäume, Schutzwälle, vielleicht sogar einmal eine Umgehung oder die Einführung einer Maut für diese Straße – sobald finanzielle Fördermittel zur Verfügung stehen.

Weiterhin hängen Schilder an der Quickborner Straße mit Aufschriften wie „Lärm macht krank“. Weiterhin ist die Bürgerinitiative „BI Lärm“ in Borstel-Hohenraden aktiv. Denn weiterhin rollen täglich 10.000 Fahrzeuge durch den Ort.

In Borstel-Hohenraden wurden bei einer Verkehrszählung 2006 noch 6000 Fahrzeuge täglich gezählt, die über die Quickborner Straße (L76) rollten.  2013 seien es bereits 10.000 gewesen, so  Bürgermeister Jürgen Rahn (CDU). Insgesamt hat Borstel-Hohenraden zirka 2300 Einwohner. 800 Haushalte liegen direkt an der L76.
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