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Pinneberger Tageblatt

16. Dezember 2017 | 06:47 Uhr

Pinneberg : Kampagne gegen Cybermobbing

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kriminalpräventive Rat und die Jugendhilfe laden zu einer Informationsveranstaltung über Mobbing per Smartphone ein.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2015 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Mit dem Titel des gemeinsamen Infoabends des Jugendschutzes Kreis Pinneberg, der Stadtjugendpflege, dem Kriminalpräventivem Rat der Stadt Pinneberg, dem Verein für Jugendhilfe sowie der Polizeidirektion Bad Segeberg werden die wenigsten etwas anfangen können: Cyberbullying. Das englische Bullying steht für tyrannisieren, einschüchtern oder schikanieren und wird in der Wissenschaft mit Mobbing gleichgesetzt. „Was ist los auf dem Smartphone?“, lautet der deutlich verständlichere Name der Informationsveranstaltung für Eltern und Interessierte, die am 5. Mai um 19.30 Uhr im Geschwister-Scholl-Haus, Bahnhofstraße 8 in Pinneberg, beginnt. Einlass ab 19 Uhr. Nach kurzen Impulsreferaten werden die Referenten Fragen beantworten. Ab 21 Uhr sollen die Initiatoren für persönliche Gespräche zur Verfügung stehen. Die Teilnahme ist kostenlos.

„Wir haben viele Anfragen aus der Bevölkerung erhalten“, erläuterte Werner Westhoff, Geschäftsführer des Kriminalpräventiven Rats der Stadt, die vierte Veranstaltung zum Thema Cybermobbing. „Viele Eltern informieren sich über die Gefahren aus dem Internet im Internet. Wir beantworten vor Ort auch die Fragen, auf die sie bisher keine Antwort gefunden haben“, sagte Jörn Folster vom Kreisjugendschutz. Die neuen Technologien würden bei den Eltern Ängste wecken. „Die Frage, wie lange ein Kind Fernsehen gucken darf, habe ich schon lange nicht mehr gehört. Die Frage, ab wann ein Smartphone sinnvoll ist, dafür umso häufiger“, so Folster. Neben der Vorstellung der Plattformen, die sich sehr schnell verändern würden, stehen auch Informationen über rechtliche Hintergründe bei illegalen Downloads oder Überschuldung durch App-Käufe auf der Agenda.

„Wir wollen aufzeigen, wie angreifbar man sich in sozialen Netzwerken machen kann“, sagte Tobias Annen, Leiter „Schulische Gewaltprävention“ im Verein für Jugendhilfe. Plattformen wie Facebook seien veraltet. „Die Kids sind da, wo alle sind. Wenn die Eltern bei Facebook auftauchen, ist das uncool.“ Daher gehe die Tendenz derzeit zu Whats App, Instagram und Twitter. „Die Plattform ist aber nicht das Entscheidende, sondern der Umgang damit“, so Annen. „Kinder probieren Dinge aus, während Erwachsene genauer über ihr Handeln nachdenken“, weiß Seike Brodersen aus dem Sachgebiet Prävention der Polizeidirektion Bad Segeberg. Das sieht auch Jens Schmidt vom Geschwister-Scholl-Haus so: „Es geht darum, die Urteilskraft der Jugendlichen herauszubilden.“ Die Probleme sind ihm bekannt. „Da wird oft etwas geschrieben, was man Face to Face niemals sagen würde. Das kann sich zu Hassgruppen oder körperlicher Gewalt steigern.“ Er selbst versuche, das persönliche Gespräch zu suchen. „Jugendliche ab einem gewissen Alter regeln ihre Konflikte auch über soziale Netzwerke“, so Annen. Dadurch gehe soziale Kompetenz und die Fähigkeit Konflikte auszutragen verloren. „Die Kinder sehen oft nicht, was sie mit ihren Worten anrichten“, so Annen. Doch verteufeln wollen die Jugendschützer die neuen Medien auf keinen Fall. „Richtig genutzt, bieten sie viele Möglichkeiten. Es gibt auch selbstregulierende Dinge, wo die Kinder genau wissen, was erlaubt ist oder nicht. Nicht alles ist grenzenlos und stumpf“, so Annen.

Cyberbullying oder -mobbing unter Kindern ist in den vergangenen Jahren immer stärker in den Fokus gerückt. Die Heranwachsenden nutzen die neuen Medien wie Internet oder Smartphones, um Mitschüler zu tyrannisieren, zu mobben und auszugrenzen. Während die Opfer oft leiden – bis hin zu Depressionen und Selbstmordgedanken – sind sich die Täter der Folgen nicht bewusst, da sie die Reaktionen der gemobbten Personen nicht miterleben.
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