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Pinneberger Kulturverein : Kammermusik der Spitzenklasse

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Berolina-Trio begeistert im Pinneberger Ratssitzungssaal mit Kompositionen von Johannes Brahms und Joseph Haydn.

Pinneberg | Zwar vermochte das Berolina-Trio am stürmischen Freitagabend den Ratssaal nicht ganz zu füllen, doch die drei Musiker boten dem beeindruckten Publikum Kammermusik der Spitzenklasse beim Konzert des Pinneberger Kulturvereins. Der Musikalische Leiter des Vereins, Cord Garben, der durch das Programm begleitete, verglich die jungen Musiker gar mit dem in der vergangenen Saison aufgetretenen, renommierten Atos-Trio: „Sie unterscheiden sich darin, dass das Atos-Trio mittlerweile international gefeiert wird, das Berolina-Trio ist auf dem Weg dorthin.“

In ihrer Art bilden beide Trios jedoch gegensätzliche Pole: Während das Atos-Trio ein energiegeladenes Feuerwerk auf der Bühne entfacht, überzeugen Violinist Krzysztof Polonek, seine Ehefrau Cellistin Katarzyna Polonek und Pianist Nikolaus Resa mit Ausgeglichenheit und tiefer innerer Ruhe im Vortrag.

Thema des Abends war der ungarische und russische Volkston in der Kunstmusik. Joseph Haydns Zigeunertrio (Hob XV:25) und Johannes Brahms‘ Trio C-Dur (op. 87) spielen beide mit ungarischen Tanzmelodien, Garben informierte dazu: „Haydns Umgang mit dem Volksgut ist authentischer, was Brahms hingegen damit macht gefällt den Ungaren bis heute gar nicht.“ Violinist Polonek und Resa spielten sich im Haydn die Melodieführung zu und zeigten besonders im berühmten Finale mit dem Rondo all’Ongarese virtuosen Einsatz. Cellistin Polonek, die für Haydn noch als Bordun herhalten musste, trat dann im Brahms-Stück hervor und machte eindrucksvoll den innigen musikalischen Dialog zwischen Cello und Violine des Andante mit ihrem Mann erkennbar. Antonin Dvoraks Trio op. 90, das den Beinamen „Dumky“ trägt, setzte sich von den beiden anderen Stücken ab. „Das Wort ‚Dumky‘ bedeutet auf ukrainisch soviel wie Idee oder Nachsinnen“, berichtete Garben. Vom Klang her zwischen Romantik und Moderne schwebend, pendelt das Stück zwischen elegischer russischer Seele und getriebener Unruhe, was die drei Musiker abwechselnd mit gefühlvoll nuanciertem sowie dynamisch-energischem Vortrag in den insgesamt sechs Sätzen umsetzten. Garben wies das Publikum darauf hin, dass beim nächsten Konzert nicht wie angekündigt mehrstimmige Gesänge auf dem Programm stehen – das Konzert musste in die nächste Saison verschoben werden – sondern ein Liederabend unter anderem mit Schumann und Dvorak.

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erstellt am 10.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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