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Pinneberg : Käufer für die Wasserski-Arena gefunden

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ein Rellinger Geschäftsmann will in den Pinneberger Standort investieren. Der gescheiterte Bewerber erhebt unterdessen Vorwürfe gegen den Insolvenzverwalter: Er sei ausgebootet worden, sagt der Prisdorfer Sportkaufmann Tom Witzel.

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Die Wasserski-Arena am Fahlt hat eine Zukunft. Pinneberg wird Hochburg für Extremsportler bleiben. Das jedenfalls ist das Ziel des Hamburger Unternehmers Andreas Eppinger. Der Geschäftsmann bestätigte gestern sein Interesse, in den Standort zu investieren. Noch im Dezember könnte der Vertrag unterschrieben werden. Ein Kaufinteressent, der dann nicht zum Zuge käme, erhebt derweil schwere Vorwürfe. Er sei ausgebootet worden, so der Prisdorfer Sportkaufmann Tom Witzel.

Bereits seit Frühsommer hatte Insolvenzverwalter Simon Boës nach potenziellen Investoren für den abgewirtschafteten Freizeitpark an der Burmeisterallee gesucht. 15 Interessenten hätten sich gemeldet, so der Anwalt. Nach einer Vorauswahl habe er Gespräche mit fünf Bewerbern geführt. Zu Namen will sich Boës selbst noch nicht äußern. Nach Informationen unserer Zeitung jedoch war es Eppinger, der überzeugte. Nur der Aufsichtsrat der Stadtwerke, denen das Grundstück am Fahlt gehört, muss noch grünes Licht geben. Stadtwerke-Chef Henning Fuchs: „Wir haben die Konzepte aller Bewerber objektiv bewertet, stehen kurz vor dem Ziel.“

„Ich würde mich freuen, den Zuschlag zu bekommen“, so Eppinger. Der Geschäftsmann, der in Rellingen lebt, ist Chef des Unternehmens Car Motion Service. Er vermittelt Mietfahrzeuge aller Art an Film, Funk, Fernsehen, Promotion- und Event-Agenturen. Führen will er die Arena selbst nicht. Das soll sein Sohn Sebastian, selbst Wasserski-Fan und langjähriger Besucher der Anlage, übernehmen.

Mitte März war Peter Schattenfroh, der die Arena 2007 eröffnet hatte, in die vorläufige Insolvenz gegangen. Seine Buchführung soll katastrophal gewesen sein. Insolvenzverwalter Boës hatte sich dennoch optimistisch gezeigt, einen solventen und kompetenten Interessenten zu finden. Und immer betont, dass es um den Erhalt der Anlage gehe. Pinnebergs Wirtschaftsförderer Stefan Krappa nimmt die aktuelle Entwicklung mit Freude zur Kenntnis: „Eine gute Nachricht für unsere Stadt, die Arena ist ein wichtiges Sport- und Freizeitangebot.“

Beschwerde gegen das Verfahren eingereicht

Tom Witzel, der im Frühjahr ein Konzept für einen Wasserski-Park nebst Lounge, multifunktionaler Sportanlage und Fitnessbereich vorgelegt hatte, hat bei Gericht Beschwerde gegen das Verfahren eingereicht. Er habe von Boës nie genug Informationen bekommen, um überhaupt mitbieten zu können. „Dabei ist mir zugesagt worden, dass Gutachten eingeholt werden“, so Witzel. Das sei jedoch nie geschehen. Vor allem die Wasserqualität des Sees und der Zustand der Gebäude hätten ihn interessiert. „Auf einmal kam überraschend die Absage“, so Witzel, der von einer Posse spricht.

Boës ließ gestern durchblicken, dass andere Interessenten schlicht mehr Eigeninitiative gezeigt hätten. „Ich war mit Architekten vor Ort, habe angeboten, die Wasserqualität selbst prüfen zu lassen“, sagt Andreas Eppinger. Dass eine Kernsanierung notwendig sei, stehe außer Frage. Er habe ein Worst-Case-Szenario entworfen. „Das Risiko ist für mich überschaubar“, so der Rellinger Geschäftsmann.

Unkraut wuchert. Ein alter Wohnwagen steht herum. Derzeit herrscht an der Burmeisterallee Tristesse vor. Wenn alles gut läuft, ändert sich das 2014. Ein Neustart, der wohl ohne Initiator Schattenfroh vonstatten ginge. Dass der weiterhin an der Burmeisterallee arbeite, sei ausgeschlossen, wenn er den Zuschlag erhalte, so Andreas Eppinger gestern.

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