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Buchveröffentlichung : Jurist aus Pinneberg: Der Tod als Motor des Lebens

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

In seinem Essay erklärt der Jurist Friedrich Burchardi, der in Pinneberg wohnte, warum Menschen Großes schaffen wollen.

Pinneberg | Auf dem Cover des Buchs ist ein Stundenglas abgebildet. Ein Sinnbild für die Vergänglichkeit des Lebens. In die Sanduhr hineinprojiziert  ist der Unterkörper eines Läufers. Er steht für das Bestreben, dem Tod Paroli zu bieten. Wider besseres Wissen. Diese Symbolik kommt nicht von ungefähr, sie versinnbildlicht das Thema des philosophischen Sachbuchs: „Die Angst vor dem Tod als Motor des Lebens“.

Geschrieben hat es der ehemalige Richter Dr. Friedrich Burchardi. Heute lebt er in Soltau, lange Zeit hat er in Kummerfeld und Pinneberg gewohnt. Zeit seines Lebens hat er sich mit dem Gedanken beschäftigt: Was treibt den Menschen zu Höchstleistungen an? Sein Schlüsselerlebnis: „Ich habe damals die Olympischen Spiele gesehen. Drei Läufer standen auf der Treppe und weinten vor Glück über ihre Medaillen. Das macht den Unterschied zum Verlierer: Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Es scheint einen existentiellen Grund zu geben.“

Menschen wollen Endlichkeit nicht wahrhaben

Eine Antwort auf die Frage, was diese Menschen antreibt, hat er gefunden: Es ist die Angst vor dem Tod, die zu einer Verlebendigung unseres Lebens führt. Die Menschen trotzen also dem Tod und ihrer Sterblichkeit, weil sie die Endlichkeit ihres Daseins nicht wahrhaben wollen.

In seinem Buch wird nun die ganze Vielfalt  der oft widersprüchlichen  Verhaltensweisen dargestellt, zu denen uns die Angst vor dem Tod veranlasst. Im Grunde glaubt niemand an seinen Tod, zitiert er den Psychoanalytiker Sigmund Freud.

Burchardi führt Beispiele an: Da seien die Menschen, die in erster Linie danach streben, außergewöhnliche Leistungen zu vollbringen. Unbewusst würden sie daraus auf eine größere Lebensfähigkeit und Überlebenschance schließen, auch wenn die betreffende Leistung für die Frage des Überlebens objektiv ohne Bedeutung sei. In diese Kategorie fielen die Sportler. Das gelte auch für Menschen, die auf anderen Gebieten, etwa der Wissenschaft, der Politik oder der Kunst Herausragendes leisten.

Ein Kapitel zur Rolle der Religion

Der Frage nach der Rolle der Religion widmet der Autor ein ganzes Kapitel. Burchardi, der selbst gläubig ist, vertritt die Ansicht, dass die Menschen, die an Gott glauben, hiermit für sich selbst eine bessere Überlebenschance erreichen wollen. „Sie haben Kraft und Zuversicht darin gefunden und ein Gefühl von Liebe und Geborgenheit empfunden.“

In seinem in sich schlüssigen Modell nimmt er auch negative Eigenschaften unter die Lupe. Die Angst vor dem Tod könne die Menschen sowohl zu großartigen Leistungen zum Wohle aller als auch zu Verhaltensweisen auf Kosten anderer bewegen. „Sie unterscheiden nicht zwischen Gut und Böse. Viele Kriege sind schon aus Machtstreben und Ruhmsucht zur eigenen Selbsterhöhung angezettelt worden“, führt der Autor aus.  Bei aller Solidarität seien die Menschen aus Angst vor dem Tod doch eifersüchtig darauf bedacht, anderen gegenüber nicht ins Hintertreffen zu geraten. In der Angst vor dem Tod liege die gemeinsame Klammer, die ihre verstörende Widersprüchlichkeit auflöse, so Burchardi.

Beobachtungen bestätigten seinen Ansatz

Menschenkenntnis und Lebenserfahrung sind die Pfosten, auf die der Jurist seine Thesen stützt. „Ich bin kein Wissenschaftler“, sagt er. Aber durch Beobachtungen habe er seinen Ansatz vielfach bestätigt gefunden.

Auch andere große Denker zieht Burchardi heran. In dem gut lesbaren und  intellektuell  anregenden Essay zitiert er den einen oder anderen Philosophen oder Wissenschaftler, der seine Ideen unterstützt. Darunter Freud, Kierkegaard und immer wieder  Blaise Pascal. „Das Buch ist für alle gedacht, die darüber nachdenken, warum die Menschen sich so verhalten, wie sie sich verhalten.“

Das Sachbuch „Die Angst vor dem Tod als Motor des Lebens“ ist im Verlag BoD erschienen und kostet 17,99 Euro. Es ist über die örtlichen Buchhandlungen zu beziehen. Aber auch bei Amazon ist es als gebundene Hardcoverausgabe (ISBN 978-3-739-25815-7) sowie als E-Book (ISBN 978-3-741-23264-0) erhältlich.

 

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erstellt am 06.Feb.2017 | 17:30 Uhr

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