Schlangestehen für die Stimmabgabe : Juniorwahl an zwei Schulen in Quickborn

Am DBG war das Team aus Wahlvorständen und Wahlhelfern groß. Am Tag der Wahl sprachen sie ihre Mitschüler im Schulgebäude und auf dem Schulhof gezielt an und warben für die Teilnahme an der Juniorwahl.

Am DBG war das Team aus Wahlvorständen und Wahlhelfern groß. Am Tag der Wahl sprachen sie ihre Mitschüler im Schulgebäude und auf dem Schulhof gezielt an und warben für die Teilnahme an der Juniorwahl.

Gleich an zwei Quickborner Schulen haben Jugendliche ausprobiert, wie es sich anfühlt, einen Wahlzettel auszufüllen.

shz.de von
22. September 2017, 10:00 Uhr

Quickborn | 600 Schüler am Dietrich-Bonhoeffer- (DBG) und Elsensee-Gymnasium (ESG) waren in den vergangenen beiden Tagen aufgerufen, über die künftige Bundesregierung abzustimmen. Damit beteiligten sich erstmals zwei Quickborner Schulen an dem bundesweiten Projekt. Das Ergebnis der Auszählung bleibt vorläufig noch geheim. Am Sonntag, 24. September, 18 Uhr, gehen die Wahlvorstände mit den Zahlen online. Erwartet wird, dass sich die beiden großen Parteien SPD und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern.

Es geht um die politische Bildung und das große Thema Demokratie: Eine Million Jugendliche aus den neunten bis 13. Klassen nehmen in diesem Jahr bundesweit an der Juniorwahl teil – so viele wie nie zuvor. Begleitet von ihren Lehrern, haben sie sich intensiv mit der Parteienlandschaft und den Wahlprogrammen auseinandergesetzt, haben das Wahlsystem studiert und wollten jetzt wissen, wie es sich anfühlt, selbst an die Wahlurne zu gehen. Das ist am Elsensee- und Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium nicht anders. An beiden Schulen waren es die elften Klassen mit dem Schwerpunkt Wirtschaft und Politik, die den Urnengang vorbereiteten: Wahlvorstand bilden, Wahlhelfer suchen und in Schichten einteilen, Wahlurnen und Wahlkabine bestellen, Wählerverzeichnisse erstellen und Werbung machen, am Ende die Stimmen auszählen und das amtliche Endergebnis feststellen– für die Jugendlichen war die Wahl arbeitsintensiv.

Ihre Motivation ist neben dem Spaß an gelebter Demokratie vor allem das Interesse an Politik. „Ich mag es, kontrovers zu diskutieren“, sagte Bo Lasse Lorenzen vom ESG. Für Marcel Hahn (DBG) liegt der Reiz nicht zuletzt darin, politische Aussagen zu hinterfragen. So unterschiedlich die Jugendlichen sind, so unterschiedlich ist ihre Vorliebe für die zur Verfügung stehenden Informationskanäle. Während der ESG-Schüler Sönke Hahn durchaus zuhört, wenn sich Youtuber wie LeFloid zu Wort melden, und dafür Zustimmung von seinen Freunden erntet, ziehen der DBG-Schüler Max Meyer-Breckwoldt und seine Freunde eher die klassischen Medien vor. Die Tagesschau im Ersten, das ZDF-Heute-Journal, Talkrunden wie die von Anne Will oder Maybrit Illner stehen ganz oben auf ihrer Präferenzliste. „Wir arbeiten aber auch mit den Apps der großen Tages- und Wochenzeitungen und Magazine“, sagte DBG-Wahlvorstand Ben Lindloff. Die Zeit, Der Spiegel, die FAZ gelten als vertrauenswürdige Quellen – da sind sich die ESG- und DBG-Schüler einig.

Sie sorgten am ESG für die rechtmäßige Durchführung der Wahl: Tom Krase und Bo Lasse Lorenzen (vorne, v.l.), Sönke Hahn, Eric Buttler und Michael Maier (hinten, v. l.).
Claudia Ellersiek
Sie sorgten am ESG für die rechtmäßige Durchführung der Wahl: Tom Krase und Bo Lasse Lorenzen (vorne, v.l.), Sönke Hahn, Eric Buttler und Michael Maier (hinten, v. l.).
 

Mit Überraschungen bei der Auszählung rechnet niemand. Am ESG hatte vor der Landtagswahl im Mai die CDU die Nase vorn – für die Schule ist die aktuelle Juniorwahl nicht die erste. Das DBG nimmt dagegen erstmals teil. „Zur Bundestagswahl vor vier Jahren haben wir die Wahl selber organisiert“, sagte Politiklehrer Rüdiger Dietze.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen