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Suche in Pinneberg : Junger Italiener fahndet nach seinem Onkel

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ein junger Italiener fahndet nach seinem Onkel. Der 14-jährige Raffaele Vetrano sucht einen Mann, der 1964 in Pinneberg als Sohn seines Großvaters zur Welt gekommen sein soll. Unsere Leser könnten helfen.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Sein Name ist Raffaele Vetrano. Er ist 14 Jahre alt. Ein ganz normaler Teenager, der mit seinem Vater Guiseppe in Rom lebt. Was das mit Pinneberg zu tun hat? Die Familiengeschichte der Vetranos gibt Antwort auf diese Frage. Die beiden Italiener sind auf der Suche nach engen Verwandten. Guiseppe hofft, seinen verschollenen Halbbruder zu finden. Raffaele fahndet nach seinem Onkel.

Und der Junge ist hartnäckig. Über das soziale Netzwerk Facebook steht der 14-Jährige seit Wochen in Kontakt mit Tina Manos, einer Pinnebergerin, die die Geschichte der Vetranos tief berührt hat. Manos hofft, dass Leser dieser Zeitung Licht ins Dunkel bringen können. Vor allem ältere Kreisstädter sind gefragt, schließlich geht es um Geschehnisse, die auf die frühen 1960er Jahre zurückgehen.

Seinerzeit soll Raffaele Senior, der Großvater des Jungen, als Gastarbeiter an die Pinnau gekommen sein. Wie so viele Italiener zu jener Zeit, soll er 1963 seine Heimat, die Stadt Guardavalle in Kalabrien, verlassen haben. Um bei einem Unternehmen im Kreis Pinneberg anzuheuern. Bei der Firma Engelhardt & Sohn, wie die Familie inzwischen herausgefunden haben will. Gutes Geld, so das Ziel des gut aussehenden jungen Mannes. Doch auch die Liebe ließ nicht auf sich warten. Mit einer Pinnebergerin namens Wiebke soll Raffaele Senior sein Glück gefunden haben. Keines von Dauer. Aber eines, das Früchte trug. Besagte Wiekbe, deren Nachnahme nicht bekannt ist, soll einen Sohn zur Welt gebracht haben. Den Onkel des 14-Jährigen Raffaele Junior. Den Halbbruder von Guiseppe.

Raffaele hat Fakten zusammengetragen

Der Junge hat zusammengetragen, was herauszufinden war. Dass besagte Wiebke in Bahnhofsnähe wohnte. Dass sie damals um die 20 Jahre jung gewesen sein muss, eine kleine Narbe unter der Wange trug – und womöglich noch heute in Pinneberg lebt. Und dass sie ihren eigenen Vater in jungen Jahren verloren haben soll. Raffaele Senior war 1964 in sein Heimatland zurückgekehrt. Kontakt zu Wiebke und dem Kind habe es nicht mehr gegeben, sagt sein Enkel, der die Uhr jetzt zurückdrehen will – und dafür nichts unversucht lässt.

Bettina Manos weiß, dass das nicht viel an Information ist. Sie hat die Geschichte der Vetranos in etlichen Internet-Foren zum Thema gemacht. Aber sie ahnt, dass wenig ältere Menschen in sozialen Netzwerken unterwegs sind. Eben darum stellte sie Kontakt zur Redaktion unserer Zeitung her. „Vielleicht erinnert sich ein Arbeitskollege von Raffaele Senior an die Geschichte“, sagt sie. An die Zeit, als viele Italiener nach Pinneberg kamen. An Wiebke. Vielleicht sogar an den Sohn. Raffaele Junior und sein Vater Guiseppe, der sich selbst vergeblich in Pinneberg auf Spurensuche begeben hat, haben alte Fotos rausgekramt. Sie fragen regelmäßig bei Manos nach, ob es etwas Neues gibt, verfolgen das Geschehen in Pinneberg mit Spannung.

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