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Das Sonntagsgespräch : „Jugendliche stark machen“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute mit Kreisjugendfeuerwehrwart Ernst-Niko Koberg aus Heist.

Kreis Pinneberg | Ernst-Niko Koberg aus Heist ist Kreisjugendfeuerwehrwart. Im Sonntagsgespräch erklärt er unter anderem, wieso es sich lohnt, zur Jugendfeuerwehr zu gehen.

Wie sieht Ihre Arbeit als Jugendwart aus?
Ernst-Niko Koberg: Ich bin der Mittler zwischen dem Kreisverband und den einzelnen Jugendwehren und vertrete diese auch auf Landesebene. Mir ist außerdem wichtig, die einzelnen Jugendabteilungen regelmäßig zu besuchen, um ihnen zu signalisieren, welche Wertschätzung ihre Arbeit genießt. Dazu kümmere ich mich um Probleme der einzelnen Jugendwarte und helfe ihnen zum Beispiel bei Anträgen oder wenn es darum geht, jemanden auszuzeichnen. Manchmal reicht es, einfach nur da zu sein und zuzuhören.

In vielen Regionen klagen die Feuerwehren über Nachwuchsprobleme. Wie ist die Situation im Kreis?
Wir sind der einzige Kreis in Schleswig-Holstein und vielleicht sogar auf Bundesebene, in dem jede Feuerwehr eine Jugendabteilung hat. Darauf können wir stolz sein. Dennoch ist es auch bei uns so, dass die Mitgliederzahlen zurückgehen. Zwar haben wir nicht viele Abgänge zu verzeichnen. Allerdings ist es so, dass der Trend seit einigen Jahren leicht nach unten zeigt.

Was kann man tun, um gegenzusteuern?
Als Kreisverband haben wir nur geringe Einflussmöglichkeiten. Je mehr Herzblut die Jugendwarte vor Ort einbringen, desto größer ist der Zuspruch. Auch die Gesamtkonstellation muss stimmen. Gemeinde, Wehrführung – alle müssen bereit sein, die Jugendwehr zu unterstützen.

Wieso lohnt es sich, in die Jugendfeuerwehr einzutreten?
Man lernt eine ganze Menge und nimmt viel für sein späteres Leben mit. Da geht es nicht nur um Retten, Bergen und Löschen. Auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Ausfahrten, Spiele, Zeltlager – es wird einiges angeboten. Zudem wird der Charakter geschult. Teamfähigkeit und Sozialkompetenz sind für die Feuerwehr unverzichtbar. Deswegen stellen Betriebe als Auszubildende gern Mitglieder der Jugendfeuerwehr ein, weil die Jugendlichen bereits bewiesen haben, dass sie bereit sind, sich zu engagieren.

Was reizt Sie persönlich an der Jugendarbeit?
Ich bin schon in der Jugendarbeit tätig, seitdem ich denken kann. Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bringt mir einfach Spaß. Ich persönlich finde es wichtig, ihnen etwas zuzutrauen und sie stark zu machen. Das ist eine wichtige Aufgabe der Jugendfeuerwehr.

Was brauchen die Jugendfeuerwehren?
Grundsätzlich ist es so, dass die Jugendarbeit in den einzelnen Wehren hervorragend ist, auch wenn die Voraussetzungen in den einzelnen Gemeinden natürlich unterschiedlich sind. Ich wünsche mir, dass das so bleibt. Es ist überall erkannt worden, wie wichtig die Jugendarbeit ist, um die Zukunft der Wehren vor Ort sicherzustellen.

Ein Thema auf Landesebene ist die Einführung von Kinderfeuerwehren. Was halten Sie davon?
Bei uns sind Kinderfeuerwehren derzeit kein Thema, dass wir aktiv nach vorne bringen wollen. Dafür wäre in den meisten Wehren gar kein Personal da. Allerdings ist es natürlich ein Problem, dass die Kinder meistens schon  mit fünf oder sechs Jahren von den Sportvereinen abgegriffen werden. Wenn sie mit zehn Jahren bei uns eintreten können, machen sie häufig schon etwas anderes und sind für die Feuerwehr verloren.

Ernst-Niko Koberg (56) wohnt in Heist und ist seit 2012 Kreisjugendfeuerwehrwart. Beruflich ist er für die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) tätig.
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erstellt am 07.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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