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„Going Green“ : Jugendliche an sieben Schulen im Kreis Pinneberg nehmen an Workshops zu nachhaltigem Konsum teil

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

In den Bauch statt in die Tonne - der Handel soll ausreichend, aber nicht im Überfluss verkaufen.

Kreis Pinneberg | Knackige Forderungen haben die Schüler formuliert: Der Handel soll ausreichend, aber nicht im Überfluss verkaufen. Fast abgelaufene Produkte sollen als Sonderangebote verkauft werden und die Europäische Union soll die Haltbarkeits- und Verzehrdaten ändern. Die Plakate mit den Forderungen erarbeiteten sie während eines „Going Green“-Workshops. Das Ziel dieser des Vereins Agrar-Koordination ist es, den Teilnehmern einen Spiegel zum Thema Konsum vorzuhalten.

An sieben Schulen im Kreis Pinneberg versuchen Referenten des gemeinnützigen Vereins die Jugendlichen zu einer kritischen Auseinandersetzung anzuregen. In dieser Woche machten sie am Johann-Rist-Gymnasium in Wedel, der Boje-C.-Gemeinschaftsschule in Elmshorn, der Rosenstadtschule in Uetersen, der Gemeinschaftsschule Am Himmelsbarg in Moorrege und der Pinneberger Johann-Comenius-Schule im Stadtteil Thesdorf Station.

„Ich habe durch den Workshop gelernt, dass etwas nicht gleich weggeschmissen werden muss, wenn es laut Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist“, sagte Luna aus der siebten Klasse der Pinneberger Johann-Comenius-Schule. In ihrer Klasse wurde das Thema Nahrungsmittelproduktion und -verschwendung behandelt. Ihr Mitschüler Jannik sagte dazu: „Ich finde es heftig, dass etwa 20 Prozent auf dem Acker weggeschmissen werden.“

Auch in der elften Klasse war Lebensmittelverschwendung das Thema des Workshops, den die Ökotrophologin Frauke Rückheim gab. „Wir haben mit einem gemeinsamen Frühstück angefangen und da bereits geguckt: Was produziert wie viel Müll?“, sagte sie. Im Anschluss seien Themen wie das sogenannte Containern, bei dem illegal noch verwendbare Lebensmittel aus den Müllcontainern von Supermärkten gesammelt werden, behandelt worden.

Forderungen an den Handel

Am Ende des vierstündigen Projekttags formulierten die Schüler ihre Forderungen an Handel, Gesellschaft und Politik. „Die Forderung meiner Gruppe ist, dass Dinge weiterverarbeitet oder gespendet werden“, sagte Schülerin Laura.

Und wie handhabt der lokale Handel das? Aufgrund der begrenzten Zeit habe man nicht recherchieren können, sagte Rückheim. „Man könnte da gut anknüpfen und regional recherchieren, ein bisschen näher dran sein“, sagte Lehrerin Petra Bugmaier, die den Projekttag begleitete.

In der zwölften Klasse standen nicht Lebensmittel im Fokus, sondern das Konsumverhalten. „Mir ist aufgefallen, dass ich seit dem Workshop anfange, Werbung zu analysieren, wenn ich sie sehe“, sagte Schüler Umalat. „Wir haben uns angeguckt, mit welchen Techniken die Werbeindustrie arbeitet“, ergänzte Klassenkamerad Lukas. „Durch den Workshop werde ich mein Leben nicht umkrempeln, aber wenn ich Kleidung kaufe, wahrscheinlich darüber nachdenken, ob ich sie wirklich brauche“, sagte Umalat.

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erstellt am 20.Feb.2015 | 12:00 Uhr

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