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Pinneberger Tageblatt

29. Juni 2017 | 14:42 Uhr

Jugendliche an der Macht

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Planspielfinale Schüler des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums simulieren Gemeinderatssitzung / „Ein Riesen-Geschenk“

Ohne Jugend ist kein Staat zu machen. Das bewiesen jedenfalls eindrucksvoll die Neuntklässler des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums (WoBo) beim gleichnamigen Planspielfinale in der Aula. Sie beantragten unter anderem Elektroladestationen und Sanierungen von Sportanlagen. 50 Neuntklässler haben sich beim Planspiel Politik engagiert. Die Jugendlichen kamen bereits zum dritten Mal in den Genuss des von der Friedrich-Ebert-Stiftung geförderten Projekts.

Die Mädchen und Jungen teilten sich in sechs unterschiedliche Fraktionen auf. Sie simulierten gemeinsam unter der Leitung von Bürgervorsteher Helmut Ahrens eine Gemeinderatssitzung. Bürgermeister Claudius von Rüden nahm zu allen Fragen der Jugendlichen Stellung. „Es ist toll, dass der Bürgermeister dabei ist“, freute sich Ortsjugendpflegerin Daniela Spitzar. Dagmar Klinck, Leitern des Fachdienstes Schule begleitete die Sitzung ebenfalls. Bürgermeister von Rüden sowie Schulleiter Veit Poeschel stimmten die Jugendlichen darauf ein, sich langfristig für Politik zu engagieren. Sie wiesen darauf hin, welche facettenreichen Möglichkeiten die Jugendlichen haben, ihr Umfeld mitzugestalten und sich demokratisch zu engagieren.

Die in Parteien wie Soziale Partei Halstenbek (SPH) und Bürgerliche Fraktion Halstenbek engagierten Jugendlichen (BJH) setzten sich für unterschiedlichste Vorhaben ein. Sie beantragten, den Sportplatz in Halstenbek/Krupunder sowie die Sporthalle instand zu setzen. Ein spannender Ansatz der Jugendlichen kreiste um die Frage, ob es möglich sei, das WoBo-System komplett auf Tablet umzustellen. Die Schüler bedauerten, schwere Bücher wie den Diercke Weltatlas mit sich herum zu schleppen. Einige sind schon mit dem Trolley unterwegs. Wird ein Buch dreimal vergessen, gibt es eine sechs. Die Jugendlichen staunten nicht schlecht, als sie von der Verwaltung erfuhren, dass eine Tablet-Umstellung möglich sei. Doch der Aufwand sei immens. Nach Auskunft der EDV-Abteilung gelte es dann, Lehrer intensiv fortzubilden und mehr Personal einzustellen.

Die Schüler beschäftigten sich mit dem mehrtägigen Projekt im Zuge des Wirtschafts- und Politikunterrichts (Wi-Po). „Die Schüler profitieren sehr davon“, freute sich Spitzar. Die Demokratie-Erziehung nehme einen bedeutenden Stellenwert in einer Weltsituation ein, in der immer mehr Diktaturen entstünden. Die Jugendlichen hatten die Politik bereits im Zuge ihres vergangenen Planspiels beeinflusst: Das vorgeschlagene Outdoor-Gelände beantragte der Jugendbeirat in der Gemeindevertretung. Der Umweltausschuss beschloss im Mai einstimmig, das Vorhaben auf den alten Peinschen Wiesen zu realisieren.

Spitzar bezeichnete das mehrere tausend Euro an Personalkosten verschlingende Projekt als „Riesen-Geschenk“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Die Lehrerinnen Regina Hübinger und Gina Cornehl zeichneten für die Organisation verantwortlich.

Teamer der Friedrich-Ebert-Stiftung bereiteten die Klassen vorab in einem zweitägigen Workshop auf die Simulation vor. Die Schüler hatten zuvor die „richtige“ Sitzung des Gemeinderats besucht. Die Schüler lernten viel über Kommunalpolitik, profitierten von den Vertretern des Gemeinderates, die mit ihnen Anträge erarbeiteten. Darunter waren Politiker der CDU, SPD, FDP und Grünen.


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erstellt am 09.Jun.2017 | 16:00 Uhr

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