zur Navigation springen

Neujahrsempfang beim Kreisjugendring : Jugendarbeit hilft bei der Integration

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zahlreiche Gäste aus Vereinen, Schulen und Politik kamen zum Empfang nach Barmstedt. Volker Hatje: Immer weniger Ehrenamtliche.

shz.de von
erstellt am 12.Jan.2016 | 16:15 Uhr

Menschen in Uniform, Politiker mit Anzug und Krawatte, Pfadfinder, die sich vor Beginn noch den Staub aus der Hose klopfen – dass die Menschen, die sich im Victor-Andersen-Haus in Barmstedt treffen, aus ganz verschiedenen Bereichen kommen, lässt sich schon an der Kleidung ablesen. Es zeigt. Die Kinder- und Jugendarbeit im Kreis ist bunt. Und sie wird noch bunter, da sind sich alle Beteiligten einig.

Zum Neujahrsempfang des Kreisjugendrings Pinneberg wurden mehr als 100 Einladungen verschickt. Gekommen waren am Sonntag Vertreter von Vereinen, aus der Politik, Wirtschaft und Schulen, um Kontakte zu knüpfen, gemeinsame Aktionen zu planen oder Probleme zu besprechen. „Wir sind extrem vernetzt, und das brauchen wir auch“, sagte Maren Schramm, Schulleiterin der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule Elmshorn. Kinder- und Jugendarbeit sei ein wichtiger gesellschaftlicher Wert, auch in Hinblick auf die aktuelle Zuwanderung. „Die Schulen lösen gerade das Problem der Gesellschaft“, sagte Schramm.

Die Integration stand auch im Fokus der Begrüßungsrede von Andreas Dirbach, Vorsitzender des Kreisjugendrings Pinneberg. „Ich will nicht sagen, dass die verbandliche Jugendarbeit das Allheilmittel gegen Ausgrenzung und Gewalt ist. Aber wir können unseren Teil dazu beitragen“, sagte Dirbach. Für ein gelungenes Miteinander sei die Integration ein wichtiger Baustein. „Das Problem dabei ist, dass man nicht einfach einer Gruppe sagen kann: ‚Jetzt integriert euch mal schön!‘“, gab Dirbach zu bedenken.

Während der Neujahrsgespräche, die unmittelbar vor dem Empfang stattgefunden hatten, ging es um genau dieses Problem. Etwa 60 Teilnehmer unterschiedlicher Vereine haben sich zusammen in das Thema eingearbeitet, Probleme benannt und Lösungen gesucht. Auch Flüchtlinge waren anwesend um von ihren Erfahrungen zu berichten. Wie sieht eigentlich der Alltag in einem Flüchtlingsheim aus? Was sind Tabus und kulturelle Kontroversen? Dabei gab es auch Überraschungen, stellte Dirbach fest: „Wir haben gelernt, dass unser ‚Hä?‘ bei Menschen aus anderen Kulturkreisen aggressiv und abwertend wirken kann. Woanders treibt man damit nämlich Esel an.“

KREISJUGENDRING Das jahresprogramm 2016 im Überblick
Die im Folgenden beschriebenen Veranstaltungen des Kreisjugendrings Pinneberg finden alle in der Jugendbildungsstätte, Düsterlohe 5, in Barmstedt statt. Eine Anmeldung ist online über die Internetseite des Kreisjugendrings www.kjr-pi.de möglich.

Flüchtlinge und Migranten in der Nachbarschaft und im Verein

Sonnabend, 30. Januar, 10 bis 17 Uhr.

Fit für Mitbestimmung

Mittwoch bis Freitag, 10. bis 12. Februar; Seminar für junge Menschen, die Interesse haben, ihre Ideen und jugendpolitischen Ziel zu formulieren und umzusetzen.

Actionbound

Sonnabend, 19. März, 13 bis 17 Uhr; spannende, lustige und lehrreiche Handy- und Tabletralleys via App.

Grundkursus für Jugendgruppenleiter (Juleica)

Dienstag bis Montag, 29. März bis 4.April; der verantwortliche Umgang mit Jugendlichen und Kindern wird in dem sechstägigen Seminar gelehrt.

Spielmobilertagung

Freitag bis Sonntag, 15. bis 17. April; zum 25-jährigen Jubiläum des Spielmobiltreffens – für alle, die an Spielpädagogik und Spielmobilarbeit interessiert sind.

Vollversammlung des Kreisjugendrings Pinneberg

Montag, 18. April, 19 Uhr;  Neben dem Rückblick auf das vergangene Jahr stehen die wichtigsten Punkte für das laufende Jahr auf der Agenda.

Reiki Grad 1 - Wochenendkursus

Sonnabend und Sonntag, 23. und 24. April, jeweils 10 bis 17 Uhr; durch einfache Handbewegungen Kanäle der Entspannung öffnen.

Was ist alles Recht?

Montag, 25. April, 18 bis 21 Uhr; Beantwortung aller Fragen rund um das Thema Recht.

Jims-Bar-Schulung

Sonnabend, 21. Mai, 9 bis 17.30 Uhr; Eine Einweisung rund um das Thema Alkohol und Sucht sowie Cocktails. Geeignet ab 16 Jahre.

Jims-Bar-Assistenten-Schulung

21. Mai, 9 bis 17.30 Uhr; Eine Einweisung rund um das Thema Alkohol und Sucht sowie Cocktails. Geeignet vonzwölf bis 15 Jahre.

Spiele spielen outdoor – wir erobern Wiese und Wald

Sonnabend, 11. Juni, 9 bis 17 Uhr; Geländespiele für den Wald oder die Wiesen.

Kinder- und Familienflohmarkt

Sonntag,19. Juni, 9 bis 15 Uhr: Standgebühr für je drei laufende Meter sind 5 Euro und ein Kuchen.

Freizeitleiterschulung – Handwerkszeug und Freizeitaktionen

Sonntag, 10. Juli, 10 bis 17 Uhr; alles, rund um einen gelungene Planung für eine Gruppenaktivität.

Ideenschmiede 2017

Freitag bis Sonntag, 14. bis 16. Oktober; Alle Interessenten und Organisatoren rund um die Aktion Ferienpass sind eingeladen, die Aktionen aus 2016 unter die Lupe zu nehmen und neue Ideen anzustoßen.

Grundkursus für Jugendgruppenleiter (Juleica)

Sonnabend bis Freitag, 22. bis 28. Oktober; der verantwortliche Umgang mit Jugendlichen und Kindern wird in dem sechstägigen Seminar gelehrt.

Kindeswohlgefährdung – unser gemeinsamer Schutzauftrag

Sonntag, 6. November, 10 bis 17 Uhr; in angenehmer Atmosphäre wird über das Thema Kindeswohlgefährdung aufgeklärt und Sicherheit im Umgang vermittelt.

Religiös motivierter Extremismus im Kreis Pinneberg?!

Donnerstag, 10. November, 18 bis 21 Uhr; Aufklärung und Sensibilisierung zum Thema Jugendliche und Religiösität.

Würfel, Streichholz, Karte oder nichts – Spiele mit k(l)einem Material

 Sonnabend, 19. November, 9 bis 17 Uhr.

 

Auch Alexander Dittmer und Kim Beekmann vom Jugendrotkreuz Kreis Pinneberg waren bei den Neujahrsgesprächen dabei. Sie würden ihre Organisation gern für Menschen aus anderen Kulturen öffnen. „Wir wollen interkulturelle Aktionen veranstalten. Zum Beispiel mit Flüchtlingen deutsche Tänze tanzen und uns von ihnen Tänze aus ihrer Heimat zeigen lassen“, berichtete Dittmer.

„Häufig wird Jugendarbeit unterschätzt. Deshalb finde ich es gut, dass es den Kreisjugendring gibt. Das ist ein gutes Konzept“, sagte Volker Hatje. Der Elmshorner Bürgermeister (parteilos) sehe aber auch Probleme. „Von politischer Seite aus muss ich keine Überzeugungsarbeit leisten. Das Problem in Elmshorn ist, dass es immer weniger Eltern und Ehrenamtliche gibt, die sich engagieren“, so Hatje.

Sorgten für die musikalische Begleitung: Ronja Heintzsch und Tom Haber. (Foto: Lottmann)
Sorgten für die musikalische Begleitung: Ronja Heintzsch und Tom Haber. (Foto: Lottmann)
 

„Wir fühlen uns von der Politik wertgeschätzt“, sagte Karen Wöbcke vom Kinder- und Jugendhaus Krückaupark in Elmshorn. Für sie stehe fest, dass die Herausforderung der kommenden Jahre eher in der Veränderung der Jugendarbeit selbst liegt. Wegen der Zuwanderung müssten neue Konzepte entwickelt werden. Die veränderten Ansprüche, Gewohnheiten und kulturelle Normen müssten kennengelernt werden, um darauf reagieren zu können. „Das führt dazu, dass wir auch über uns selbst nachdenken müssen“, sagte Wöbcke. Eine große Herausforderung, aber auch eine große Chance.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen