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„Figuren und Illustrationen“ : Jonas Kötz-Ausstellung im Museum Langes Tannen eröffnet

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

„Er hat es aus sich selbst geschafft“ - Vater Hein Kötz hält zur Eröffnung eine launige Laudatio.

shz.de von
erstellt am 29.Feb.2016 | 16:59 Uhr

Uetersen | Die Frage woher der Bildhauer und Illustrator Jonas Kötz, dessen Ausstellung im Museum Langes Tannen am Sonnabend eröffnet wurde, sein Talent hat, beantworte sein Vater Hein Kötz persönlich. „Sie werden vielleicht denken, dass Jonas Kötz in einer Familie aufwuchs, in der von morgens bis abends gemalt und gezeichnet, musiziert oder den schönen Künsten gefrönt wurde. Das war überhaupt nicht der Fall und davon kann keine Rede sein. Noch dazu bin ich Jurist“, sagte Hein Kötz. Sein Berufswunsch für seinen Sohn: Lehrer, Arzt oder Steuerberater.

„Meiner Frau und mir ist klar geworden, dass sich der Weg anders als gewünscht gestaltet, als der das Abitur bestanden hatte. Aber nur wegen einer sehr günstigen Quote in Kunst“, plauderte Hein Kötz aus dem Nähkästchen. Im stillen Kämmerlein habe er sich häufig gefragt wohin der Weg führe. „Inzwischen sieht es anders aus“, räumte Hein Kötz ein und lobte: „Glanz umgibt ihn. Er hat eine gelungene Frau, drei gelungene Kinder und für mich am schönsten, eine Tochter studiert sogar Jura.“ Doch einen eigenen Anteil am künstlerischen Erfolg wies er von sich: „Er hat es aus sich selbst geschafft. An künstlerischen Neigungen der Familie liegt es sicherlich nicht.“

Insgesamt 18 Holzskulpturen, die der Hamburger Künstler nur „seine Jungs“ nennt, werden im Museum Langes Tannen gezeigt. Hinzu kommen zahlreiche Zeichnungen aus bekannten Bilder- und Pixibüchern, die der in Krautsand lebende Götz veröffentlicht hat. Die bekanntesten sind „Als die Milch sauer wurde“, „Katastrophen-Willi“ oder seine „Krautsander Geschichten“, die bereits in der Sesamstraße zu sehen waren.

Erinnerung: Viele Besucher schossen Fotos von den ausgestellten Skulpturen, die der Künstler nur „seine Jungs“ nennt.

Erinnerung: Viele Besucher schossen Fotos von den ausgestellten Skulpturen, die der Künstler nur „seine Jungs“ nennt.

Foto: Fröhlig
 

„Einmalig an dieser Ausstellung ist, dass erstmals seine beiden Arbeitsbereiche Bildhauerei und Illustration zusammen gezeigt werden“, erläuterte Museumsleiterin Ute Harms. Sie habe in den Grafikschubladen wühlen dürfen, um eine Auswahl zu treffen. „Das war keine leichte Aufgabe. Vor allem wegen der Vielfalt der Arbeiten“, gestand Harms, die auch für die Namensgebung der Figuren verantwortlich war. Götz verzichte generell darauf.

„Frauen passen nicht in seine vereinfachte Formenwelt. Denn sie verlangen nach Haaren und Kleidern“, erläuterte Harms, warum vor allem männliche Holzfiguren zu sehen sind. „Götz’ Figuren haben nichts mit Genderdiskussionen und Geschlechtergleichheit zu tun, sondern stehen durch den Verzicht auf Details sinnbildlich für die Menschheit als solche“, sagte die Kunsthistorikerin Anne Simone Krüger in ihrer Laudatio.

Die Ausstellung ist bis zum 8. Mai im Museum Langes Tannen, Heidgrabener Straße in Uetersen, zu sehen. Geöffnet ist mittwochs, sonnabends und sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet zwei Euro und ist für Kinder bis zum 15. Lebensjahr frei. Gruppen ab zehn Personen zahlen pro Person 1,50 Euro.

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