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Ein Abend mit John Lennon : John Silver singt Lieder der Musiklegende

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Dem Musiker und seiner widersprüchlichen Beziehung zur Religion widmete die Heilig-Geist-Kirchengemeinde einen Konzertabend.

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2016 | 12:30 Uhr

Pinneberg | Er war ein Teil der berühmtesten Rockband aller Zeiten, der Beatles, ein Rebell, ein Träumer, ein Suchender – John Lennon. Ihm und seiner widersprüchlichen Beziehung zur Religion widmete die Heilig-Geist-Kirchengemeinde an der Ulmenallee einen Konzertabend. Dazu lud sie die Rezitatoren Andrea und Wolfgang Bönisch und den Lennon-Interpreten Johnny Silver mit ihrem Programm „Love and Peace Lennon“ ein.

Dieses ist speziell für Kirchen gemacht und schlägt eine Brücke von Lennons Biographie über seine Songtexte hin zu Bibelzitaten. Wolfgang Bönisch erklärte in seiner kurzen Einführung jedoch: „Das ist eine schwierige Begegnung. Lennon war ein widersprüchlicher Mensch, der dem Evangelium näher war, als gedacht.“ In Szene gesetzt wurde das Event mit bunten Strahlern, großen Boxen, einem Beamer und einer Leinwand – den vielen Zuhörern schlug gleich etwas Rockkonzert-Atmosphäre entgegen. Dazu trug vor allem auch Silvers Performance bei.

Mit roter, runder Brille im Lennon-Style und wilder Mähne saß er auf einem Barhocker und griff beherzt in die Saiten seiner E-Gitarre – von zarter Ballade bis Rock’n’Roll, von sanft gezupften Melodien bis zu hart angeschlagenen Akkorden war alles dabei. Silver sang in der typischen hellen Stimmlage seines Vorbilds. Außerdem schlug er den Rhythmus auf seiner Gitarre, betätigte sich als Beatboxer und Pfeifer. In ihrem Vortrag ging Andrea Bönisch chronologisch durch Lennons Leben und seine Suche nach Sinn, angefangen bei dem jungen Musiker aus Liverpool und dem frühen Tod der Mutter, über Selbstzweifel und die Drogenexzesse der 1960er sowie den psychologischen Zusammenbruch in den 70ern.

Die Fragen des Lebens

Vor allem in den frühen Jahren lehnte die junge Generation Religion rigoros ab: „Das Christentum wird abtreten. Wir Beatles sind jetzt schon beliebter als Jesus“, sagte Lennon 1966 in einem Interview.

Bönisch erläuterte: „Die Kirche, die Eltern und materielle Dinge konnten keine Antwort auf die Fragen der Jugend geben.“ Und das waren elementare Fragen des Lebens, die sich auch in den Liedern Lennons widerspiegeln, etwa in „Help“ – natürlich gleich darauf vorgetragen von Silver. Die Lösung, die Lennon hinterher für sich selbst fand, ist simpel: „All you need is love“ und „Give Peace a Chance“ – er wird zum Botschafter für Liebe und Frieden. „Lennon darf nicht christlich vereinnahmt werden, aber er weckte das Interesse der Jugend für die Religion“, bilanzierte Bönisch.

Chantal Jacob und Marik Cuznetov von der Jugendabteilung der Heilig-Geist-Gemeinde ergänzten Vortrag und Musik mit Übersetzungen der Songtexte. Dazu wurden mit dem Beamer passende Bibelstellen auf die Leinwand geworfen. So wurde etwa eine Verbindung aufgezeigt zwischen „Liebe ist frei, frei ist Liebe; Liebe ist leben, Liebe leben“ (Love) und „Die Liebe verträgt alles, sie glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles“ (Korinther 13,7).

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