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Wenn Luxus zum Problem wird : Johannes Kirchberg mit neuem Programm in der Arche Noah in Halstenbek

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kulturkreis Halstenbek hatte den Sänger und Schauspieler bereits zum dritten Mal eingeladen. Das Publikum trällerte Zungenbrecher wie „Brautkleid bleibt Brautkleid. Blaukraut bleibt Blaukraut“.

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2015 | 16:01 Uhr

Halstenbek | Mit Charme und hintergründigem Humor hat Johannes Kirchberg in der ausverkauften Arche Noah das Publikum fasziniert. Seine neu komponierten Stücke regten zum Mitsingen und -lachen an. Das Publikum trällerte Zungenbrecher wie „Brautkleid bleibt Brautkleid. Blaukraut bleibt Blaukraut“ und kam dabei gehörig ins Schwitzen.

Der Kulturkreis Halstenbek hatte den Sänger und Schauspieler bereits zum dritten Mal eingeladen. Unvergessen blieb der literarische Wolfgang-Bochert-Abend in der Aula des Gymnasiums vor einem Jahr.

100 Zuhörer erlebten nun in der Arche seine Show „Wie früher – nur besser“. Sein Programm basiert dabei auf eigenen Texten und neuem Liedgut. Das kam an. Der Chansonnier nahm die Politik genauso aufs Korn wie die Werbebranche – dabei auch einschlägige Partnerbörsen. Zwischendrin verriet der in Leipzig aufgewachsene Kirchberg einiges über sich. „Wenn ich in Leipzig spielen will, heißt es immer, da kommt der Kirchberg und macht traurige Lieder.“ Ein Kommentar mit Wahrheitsgehalt. Auch wenn Kirchbergs Programm die Lachmuskeln strapaziert, hat sein Vortrag zugleich eine melancholische Note. „Ist das Glas halbvoll oder halbleer?“, fragte Kirchberg. Er sorgte sich im Zuge seiner Überlegungen um den Billionen-Haushalt der Deutschen. „Ich hoffe nicht, dass das Geld auf einer Stelle liegt, die Erde damit umkippt“, so der Liedermacher.

Mit augenzwinkernder Weisheit stürzte er sich von einer Lebenskrise in die nächste. Ausführungen gingen nahtlos in Kompositionen über. „Wo sind wir hingekommen“?, fragte Kirchberg und beantwortete die Frage selbst. „Angekommen in der Mitte des Lebens, von Luxusproblemen – wie Arbeit – umstellt, denn Luxusprobleme kosten heute Geld“, konstatierte er. Der Chansonnier zeigte sich angriffslustig: „Die Hälfte der Leute ist geschieden, ist aber noch Kumpel auf Teufel komm raus“, so der Liedermacher. Stimmungsvolle Klavierstücke wechselten mit heiter-besinnlichem Kabarett ab. Ein Liedermacher mit Esprit und Witz.

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