WM-Kolumne : Jogis Abschiedstournee ist spätestens im Halbfinale vorbei

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Unser Autor Lars Zimmermann beschäftigt sich aus gegebenem Anlass nicht mit dem HSV, sondern mit unserer Nationalmannschaft.

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15. Juni 2014, 06:00 Uhr

Welcher deutsche Nationalspieler war eigentlich in der vergangenen Saison nicht irgendwann verletzt? Spontan fallen einem aus dem WM-Kader nur Zieler, Mustafi, Ginter und Kramer ein. Unglücklicherweise werden die mit dem Geschehen auf dem Platz bei der Weltmeisterschaft in Brasilien vermutlich genauso viel zu tun haben wie der durchschnittliche Fernsehzuschauer. Angesichts des Lazaretts wäre der Titelgewinn fast ein Weltwunder. Klose, Schweinsteiger und einige andere wären vermutlich bei einer vierwöchigen Kur besser aufgehoben als bei einer WM. Hoffnung macht eigentlich nur die große spielerische Klasse des Teams. Für den Titel dürfte das allein nicht reichen. Realistisch sind das Viertel- und mit etwas Glück vielleicht das Halbfinale. Durchaus ehrenwerte Resultate, auch wenn wir uns mehr wünschen.

Mit der WM dürfte auch die Ära Löw vorbei sein. Wenn er den WM-Pokal holt, kann der Bundestrainer außer einer Verlängerung seines Nivea-Werbevertrags nichts mehr gewinnen. Da macht ein Rücktritt Sinn. Scheitert er, wird ihm die kommenden zwei Jahre vorgehalten, dass mit ihm sowieso nichts zu gewinnen ist. Auf den Spießrutenlauf möchte der Bundes-Jogi vermutlich verzichten. Also muss ein Nachfolger her. Der könnte Thomas Tuchel heißen (wenn er denn nicht schon beim HSV ist). Der ehemalige Mainzer Coach hat Qualität und derzeit keinen Verein. Die Baustelle könnte also ganz schnell geschlossen werden.

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