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Elternzeit im Kreis Pinneberg : Jetzt wechseln Männer die Windeln

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Tabuthema oder schon Trend? Fast ein Viertel aller Kreis Pinneberger Papas wechselt inzwischen vom Job an die Wickelfront.

Ab sofort kümmert sich Papa um den Sprössling zu Hause und gönnt sich eine Auszeit vom Berufsalltag. Ein oftmals belächeltes Thema, aber immer mehr Väter folgen dem Trend und gehen in Elternzeit.

Das zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). Väter von 181 000 der insgesamt zirka 663 000 im Jahr 2011 geborenen Kinder haben Elterngeld bezogen. Das macht einen Anteil von 27,3 Prozent aus. Veränderungen bei der Länge der Inanspruchnahme gab es hingegen kaum. Nach wie vor bezogen etwas mehr als drei von vier Vätern (77 Prozent) Elterngeld für maximal zwei Monate.

Nur knapp sieben Prozent der Väter nimmt die Leistung für zwölf Monate in Anspruch. Dies unterstreicht auch Diplompädagogin Gudrun Gaden, Leiterin der Evangelischen Familienbildung in Pinneberg: „Das Elterngeld wird gerne angenommen, auch von immer mehr Vätern. Sie möchten natürlich auch einen Draht zu ihrem Kind aufbauen.“

Die Möglichkeit, sich mit dem Elterngeld als finanzielle Absicherung eine Auszeit für die Kinder zu nehmen, wird von immer mehr Vätern genutzt. Dies belegen auch die im August 2013 veröffentlichten Destatis-Zahlen. Die Entwicklung der Väterbeteiligung in Deutschland weist einen konstanten Anstieg in den letzten fünf Jahren auf: Waren es 2008 noch 19,2 Prozent, haben sich im ersten Quartal 2013 schon 28,2 Prozent für das Elterngeld entschieden, das macht einen Anstieg von neun Prozentpunkten und somit einen bundesweiten Höchststand.

Auch im Kreis Pinneberg haben von 2337 geborenen Kindern im Jahr 2011 24,9 Prozent der Väter Elterngeld bezogen. Vor der Geburt des Kindes waren 95,4 Prozent der werdenden Väter sowie 72,5 Prozent der Mütter berufstätig.

Wenn Eltern sich nach der Geburt ihres Kindes ausschließlich um ihren Nachwuchs kümmern möchten, können sie im Job Elternzeit beantragen. „Väter nehmen es gerne in Anspruch, wenn der Arbeitgeber es mitmacht“, meint Ulrike Wohlfahrt, Leiterin der Familienbildung in Wedel.

Ein rechtlicher Anspruch besteht für jeden Elternteil bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres der Kinder. Elterngeld wird für maximal 14 Monate gezahlt. Grundsätzlich kann ein Elternteil höchstens für zwölf Monate Elterngeld beantragen. Anspruch auf zwei weitere Monatsbeträge gibt es nur, wenn sich der Partner ebenfalls dazu entschließt. Alleinerziehende können jedoch insgesamt 14 Monate wahrnehmen.

Die Höhe orientiert sich am durchschnittlichen monatlichen Einkommen im Jahr vor der Geburt und beträgt mindestens 300 und höchstens 1800 Euro. Wer ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 250 000 Euro im Jahr hat, für den entfallen solche Zahlungen, die Auszeit kann jedoch genommen werden. Wer diesen Anspruch nutzt, ob Mutter oder Vater, ist vom Gesetzgeber freigestellt.

Heutzutage werden die Rollen auch gerne getauscht: „Väter sind keine Exoten mehr“, so Wohlfahrt. So kann sich die Mutter nach Ablauf der Mutterschutzfrist wieder in Vollzeit ihrem Beruf widmen.

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erstellt am 22.Sep.2013 | 10:31 Uhr

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