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Pinneberger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 14:24 Uhr

Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Alltags-Fitness-Test Aktion für Generation 60plus / Wer durchfällt, kann sich in zehn Jahren nicht mehr selbst versorgen

von
erstellt am 12.Okt.2017 | 16:32 Uhr

Es klingt wie Hellseherei, ist aber wissenschaftlich belegt: Der VfL Pinneberg bietet am Sonntag, 29. Oktober, einen Alltags-Fitness-Test für die über 60-Jährigen an. Wer sich den Prüfungen stellt, der muss womöglich der Wahrheit ins Auge sehen.

„Wir können die gesicherte Prognose stellen, wie wahrscheinlich es ist, dass man sich in zehn Jahren noch selbst versorgen kann“, sagt Heidi Hammerschmitt-Klatt vom VfL. Im Klartext: Wer beim Test durchfällt, kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass er in der nächsten Dekade eine Gehhilfe benötigen wird.

Der Alltags-Fitness-Test (AFT), Originaltitel „Senior Fitness Test“, wurde in den USA von den Professorinnen Roberta Rikli und Jessie Jones von der California State University in Fullerton entwickelt und nach jahrelangen Vorarbeiten im Jahr 2001 veröffentlicht.

Der Test ermöglicht eine einfache und aussagekräftige Überprüfung der alltagsrelevanten Fitness älterer Menschen, die für eine selbstständige Lebensführung erforderlich ist. Daher zielt er in erster Linie auf die Durchschnitts-Senioren im Privathaushalt ab, nicht speziell auf Sportler und auch nicht auf Personen in Einrichtungen wie Pflegeheimen.

„Es ist egal, ob man trainiert ist oder nicht“, so Hammerschmitt-Klatt. Krankheiten wie ein Schlaganfall, der erhebliche Einschränkungen mit sich bringt, könnten indes nicht vorhergesagt werden.

Welche Fitness-Kenngrößen sind entscheidend? Geprüft werden unter anderem Muskelkraft, die aerobe Ausdauer, die Beweglichkeit sowie die Gewandtheit und das dynamische Gleichgewicht. Die insgesamt sechs Übungen, die die Teilnehmer machen müssen, dauern 15 Minuten und können in Alltagskleidung durchgeführt werden. Beim Armkrafttest beispielsweise muss der Proband eine Minute lang die Hantel heben. 60- bis 64-Jährige müssen das 19-mal schaffen. Dann liegen sie im Normbereich.

Und beim Beinkrafttest muss die Person innerhalb von einer Minute ohne Zuhilfenahme der Arme von einem Stuhl aufstehen und sich wieder hinsetzen. Wer das 17-mal schafft, liegt auch voll in der Norm.

So weit, so gut: Wer allerdings bei zwei Übungen durchfällt, bekommt eine schlechte Prognose für die Selbstständigkeit ausgestellt. Aber Hammerschmitt-Klatt stellt auch klar: „In jedem Fall ist es möglich, die eigenen Leistungen zu verbessern.“ Dafür sei es nie zu spät. Die Teilnehmer erhalten nicht nur eine Auswertung ihrer Ergebnisse, sondern auch eine individuelle Bewegungsberatung.

Wollen die Senioren überhaupt darüber informiert werden, wie fit sie sind? „Ja, eigentlich wollen sie wissen, wo sie stehen und was sie sportlich machen können“, sagt Hammerschmitt-Klatt. Von 1600 Mitgliedern, die ins Fitnessstudio des VfL Pinneberg kommen, sind immerhin 400    über 60 Jahre alt. Wegen des demografischen Wandels sei die Tendenz steigend.

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