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Zuschuss-Vorwurf : Jetzt redet der SC Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Sport-Club Pinneberg weist Vorwurf zurück, zu hohe Vereinszuschüsse in Höhe von 45.000 Euro erhalten zu haben.

Pinneberg | „Ich werde schon auf der Straße angesprochen von Leuten, die mich fragen: Was ist denn bei euch im Verein los? Macht ihr bald dicht? Das ist rufschädigend“, sagt Claus Ricke, Vorsitzender des Sport-Club Pinnebergs (SCP) an der Raa. Die Vorwürfe, die im Raum stehen, sind schwerwiegend: Seit 2008 sollen zu hohe Betriebskostenzuschüsse an den (SCP) gezahlt worden sein. Die Gesamtsumme beläuft sich auf 45.000 Euro. Die CDU hatte darauf aufmerksam gemacht.

Doch Ricke und sein Stellvertreter Wolfgang Buhk weisen die Vorwürfe entschieden von sich. Von Gemauschel beim SCP könne keine Rede sein. „Hier wird von Vorstand und Geschäftsführung ordentlich und korrekt gearbeitet“, sagt Ricke während eines Pressegesprächs im Clubheim.

Die beiden Herren haben Aktenordner und Unterlagen mitgebracht. „Das hält jeder juristischen Prüfung stand. Ich bin sehr entspannt“, sagt der Vorsitzende des SCP, der 13 Sparten und aktuell 1672 Vereinsmitglieder hat. „Wir sind ein Arbeiterverein“, sagt der Vorsitzende stolz.

Im Wesentlichen geht es bei dem Streit um einen Punkt: Im Zuge eines Beschlusses über eine neue Sportförderrichtlinie vom 13. Dezember 2007 seien die Reinigungskosten nicht in die Liste der Betriebskosten, zu der Strom, Wasser und Heizung gehören, mit aufgenommen worden. Dabei habe es im Vorfeld ein Gespräch mit der Verwaltung und einen Konsens darüber gegeben.

Konkret heißt das: „Nach dem Vermerk der Stadt sollte auch in die neue Sportförderrichtlinie eine Regelung aufgenommen werden, wonach der SCP künftig 75 Prozent der Energie- und Reinigungskosten erstattet bekommt“, berichtet Ricke. Warum in der Ratsversammlung darüber nicht abgestimmt wurde, wissen Ricke und Buhk bis heute nicht. Doch obwohl es keinen Beschluss gab, zahlte die Verwaltung die Reinigungskosten in Höhe von 5600 Euro jährlich weiter.

Engagement für Schulklassen

Zu Recht, wie Ricke und Buhk finden. Sie weisen auf den besonderen Nutzerbedarf hin: So beschränken sich die Kosten auf den fußballsportlichen Teil. Der SCP stellt die Sanitärräume in seinem Vereinsheim für den Übungs-, Trainings- und Spielbetrieb beispielsweise auch für Schulklassen zur Verfügung, die auf den Außensportanlagen an der Raa Fußball spielten. Dabei decke der Zuschuss von 12.000 Euro nicht annähernd die laufenden Kosten. Die lägen laut Buhk bei 70.000 Euro. „Wir können die Flächen auch zurückgeben. Dann hätte die Stadt die vollen Kosten“, sagt Ricke, der bedauert, dass es bisher keine Gespräche mit der Verwaltung über die Vorwürfe gegeben habe.

Würde man die Reinigungskosten jedoch außer acht lassen, führe das zu einer Schlechterstellung des SCP gegenüber anderen Vereinen, sagen die beiden. Dort würden die Reinigungskosten für die Umkleideräume im Zuge des Punktspielbetriebs in voller Höhe von der Stadt bezahlt.

Was aber passiert, wenn der Verein nun doch die Zuschüsse erstatten muss? „Wir könnten sie nicht sofort zurückzahlen. Es würde uns ganz schön nach unten ziehen“, sagt Ricke. Erst vor zwei Jahren sei das Dach neu gemacht worden. Dicht müsste man wohl nicht machen, aber Buhk deutete an, dass man dann die Mitgliederbeiträge wohl nicht mehr so niedrig halten könnte wie bisher.

Doch es gibt Hoffnung: Die Pinneberger Verwaltung hat bereits eine Vorlage erstellt, die das Problem auffängt. Darüber soll noch im November beraten und abgestimmt werden.

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erstellt am 30.Sep.2015 | 10:00 Uhr

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