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Richard-Köhn-Straße in Pinneberg : Jetzt reden die Stadtwerke

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im Zeitplan: Arbeiten in der Richard-Köhn-Straße dauern bis Herbst an. Mischwasser-Kanalisation wird entflechtet.

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erstellt am 15.Apr.2015 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Dauerbaustelle im Pinneberger Quellental: Die Verkehrsteilnehmer sind wegen der Umleitungen genervt, die Geschäftsinhaber beklagen Umsatzeinbußen. Worum es allerdings im Einzelnen bei dem Projekt geht, für das der Abwasserbetrieb Pinneberg verantwortlich zeichnet, scheinen viele nicht zu wissen oder vergessen zu haben. Jetzt reden die Stadtwerke. Die wichtigste Aussage gleich zuerst: „Wir sind gut in der Zeit“, sagte Stadtwerkeleiter Henning Fuchs während eines Pressegesprächs in den Räumen der Stadtwerke Am Hafen 67.

„Pinneberg ist eine Stadt, in der die alte Mischkanalisation komplett entflechtet wird“, führte er aus. Soll heißen: Regenwasser und Abwasser werden voneinander getrennt. Gesetzliche Auflagen machten das nötig, weil beispielsweise bei Starkregen ein Teil des Schmutzwassers ungeklärt in die Mühlenau fließt. Außerdem werden – wenn nötig – die Fahrbahnen, sozusagen in einem Aufwasch, erneuert und verbreitert. Des Weiteren wird die Parkstadt Eggerstedt, wo 250 Wohneinheiten, eine internationale Schule und ein Luxushotel gebaut werden sollen, ans Kanal- und Verkehrsnetz angeschlossen. An der Raa wurde bereits gebuddelt. Es gebe keine Baustellen ohne störende Effekte, räumte Fuchs ein. Die Baustellensituation sei im Detail nicht zu beeinflussen.

Doch das Ende der Fahnenstange – das Gesamtprojekt dauert bis 2019 – scheint für die Anwohner der Richard-Köhn-Straße erreicht: „Die Baustelle zieht nach Süden“, informierte Diplom-Ingenieur Wolfgang Schwirz vom Rellinger Ingenieurbüro Lenk und Rauchfuß. Zunächst sei noch bis Mitte August der Abschnitt Schulparkplatz bis Thesdorfer Weg dran. „Die Arbeiten in der Richard-Köhn-Straße dauern bis Herbst an“, sagte Schwirz. Dann geht es Richtung Osten zur Kreuzung Datumer Chaussee. Dort sollen die Arbeiten bis Weihnachten abgeschlossen sein. Anfang 2016 steht der Bereich Thesdorfer Weg bis Schopenhauer Straße auf der Bauagenda.

Über all diese Maßnahmen haben die Stadtwerke bereits informiert: So habe es eine Informationsveranstaltung gegeben, die von 150 Gästen besucht wurde. Außerdem seien die Anwohner durch Hauswurfsendungen in Kenntnis gesetzt worden. „Wir haben noch nie so viele Pressemitteilungen veröffentlicht wie in den vergangenen Monaten“, sagte Fuchs. Eine weitere Infoveranstaltung ausschließlich für die Gewerbetreibenden wurde mangels Interesse gecancelt, wie Fuchs mitteilte. „Es gab nur eine Rückmeldung“, berichtete er. Besser machen könne man es jedoch immer, räumte er ein.

Sie geben Auskunft: Stadtwerkeleiter Henning Fuchs (l.) und Diplom-Ingenieur Wolfgang Schwirz. (Foto: Erdbrügger)
Sie geben Auskunft: Stadtwerkeleiter Henning Fuchs (l.) und Diplom-Ingenieur Wolfgang Schwirz. (Foto: Erdbrügger)
 

Allerdings ziehen die Maßnahmen einen Rattenschwanz nach sich: So muss auch auf den privaten Grundstücken entflechtet werden. „Wir schreiben die Grundbesitzer an“, sagte Fuchs. Etwa zwölf Millionen Euro investieren die Stadt und die Stadtwerke – davon 8,5 Millionen Euro die Stadtwerke.

Eine Summe, die auf die Verbraucher über die Abwassergebühren umgelegt werden könnte. Das muss die Politik entscheiden. Eine Erhöhung würde nicht mehr als sieben bis acht Cent pro Kubikmeter betragen, sagte Fuchs. Das wären zehn Euro pro Jahr. Derzeit müssen die Kunden 2,51 Euro pro Kubikmeter berappen.

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