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Wolfgang-Borchert-Gymnasium in Halstenbek : Jetzt ist die alte Schule nur noch eine Erinnerung

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Abriss ist abgeschlossen. Parkplätze werden angelegt. Am Donnerstag gibt es einen Infoabend in der Aula.

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erstellt am 03.Nov.2015 | 12:16 Uhr

Halstenbek | In Rekordzeit – elf Monate genau – wurde der etwa 21,5 Millionen Euro teure Neubau des Halstenbeker Wolfgang-Borchert-Gymnasiums errichtet und am 31. August feierlich eingeweiht. Unter der Regie von Hochtief kehrte aber keine Ruhe am Bickbargen ein. Im Gegenteil: Übergangslos und bereits parallel zum Neubau wurde der Mitte der 1970er Jahre gebaute Ursprungsbau geschliffen – zugunsten von Parkplätzen.

Mit Asbest verseuchte Leichtbauwände und Zwischendecken, aufgebrauchte Substanz im Ganzen – der Komplex war nicht mehr zu retten. So wollte es die Politik. Entsprechend zielstrebig ging der Hamburger Baukonzern in den vergangenen Wochen daran, mit schwerem Gerät Fakten zu schaffen.

Besonders die jetzt zu Ende gegangenen Herbstferien wurden genutzt, um Abschnitt für Abschnitt den Altbau zu beseitigen. Dabei musste behutsam vorgegangen werden. Experten mit Ganzkörperschutzanzügen rissen die Asbestteile ein, anschließend mussten die Arbeiter dekontaminiert werden. Die Entsorgung des Materials erfolgte auf einer Spezialdeponie.

6000 Kubikmeter Beton als Parkplatzunterbau

Unterm Strich blieben etwa 6000 Kubikmeter Beton übrig, der an Ort und Stelle zerkleinert wurde. Ganz pragmatisch als Unterbau für die künftigen Parkplätze für Schüler und Lehrer.

Das Wolfgang-Borchert-Gymnasium ist ein Komplex der Superlative. Nutzer nennen ihren neuen Lerntempel schmunzelnd das „Adlon der Schulen“. Etwa 1000 Schüler und 80 Lehrkräfte können auf drei Stockwerken aus dem Vollen schöpfen. „Alles ist vom Feinsten mit frischen Grüntönen, warmem Orange und sonnigem Gelb zur Orientierung, die Flure mit natürlichen und schallisolierenden Kautschukböden – das Gebäude ist mit seinen etwa 11  600 Quadratmetern Bruttogeschossfläche mit Mensa, Aula für 500 Personen und der Bücherei Krupunder eines der modernsten Schulgebäude im südlichen Schleswig-Holstein“, schwärmte Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann während der Eröffnung.

Zur Erinnerung: Der millionenschwere Neubau wurde als Public-Private-Partnership-Projekt (PPP) realisiert. Motto: Planung, Bau und Verwaltung bleiben in einer Hand. Heißt, der Vertrag mit Hochtief läuft bis August 2033. Zu den Baukosten müssen noch zehn Millionen Euro für die Betriebskosten hinzugerechnet werden. Nach Vertragsablauf geht die Schule in den Besitz der Gemeinde über – parallel zu den PPP-Neubauten der Grund- und Gemeinschaftsschule an der Bek sowie der Sporthalle Feldstraße.

Zigtausende Schüler schafften ihr Abitur in dem Altbau aus den 1970er Jahren. (Foto: Vogel)
Zigtausende Schüler schafften ihr Abitur in dem Altbau aus den 1970er Jahren. (Foto: Vogel)
 

Das Umfeld des Gymnasiums wird sich in den kommenden Monaten weiter verändern. Außer den genannten Schulparkplätzen plant die Gemeinde angrenzend den Neubau einer Kita für 100 Kinder. Dort sollen zwei Elementar- und zwei Hortgruppen mit jeweils 20 Plätzen sowie zwei Krippengruppen mit 20 Plätzen untergebracht werden. Kosten: 1,3 Millionen Euro. Zudem soll ab Dezember für etwa 40 Flüchtlinge eine Containeranlage neben dem Gymnasium realisiert werden.

Während einer Informationsveranstaltung für Halstenbeks Bürger am Donnerstag, 5. November, werden diese Themen ab 19 Uhr in der Aula des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums im Bickbargen 111 behandelt. Der Abend wird von Bürgermeister-Vize Helmuth Ahrens (CDU) geleitet und moderiert.

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