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Pinneberger Tageblatt

25. September 2017 | 01:04 Uhr

Jetzt hilft Hansen Kriminalitätsopfern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vorsitzender des Kreissportverbands Pinneberg leitet nun auch den Weißen Ring

von
erstellt am 12.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Es ist mittlerweile 20 Jahre her, dass Sönke Hansen, Vorsitzender des Kreissportverbands Pinneberg, Opfer eines Verbrechens wurde. „Ich habe gemerkt, wie allein man da steht“, sagte er gestern. Schließlich habe Hansen erst 2004 erfahren, dass die Organisation Weißer Ring existiert. Die Organisation, die Opfern von Verbrechen zur Seite steht – mit einem offenen Ohr, einer Schulter zum Ausweinen, mit schnellen, unbürokratischen Finanzhilfen und die Betroffene bei Behördengängen sowie Gerichtsbesuchen unterstützt und begleitet. „Halt! Stopp! Der Weiße Ring muss bekannter werden“, habe Hansen zu sich selbst gesagt – und aus dieser Motivation heraus übernahm er gestern im Beisein von Landrat Oliver Stolz, Kreispräsident Burkhard Tiemann (CDU), Vertretern der Pinneberger Kreistagsfraktionen sowie der größeren Sportverbände und der Polizei die Leitung der Außenstelle des Weißen Rings im Kreis Pinneberg.

An erster Stelle stehe für Hansen „eine Vermittlungsökonomie für die Opfer“, sagte er während seiner Antrittsrede. Wer Hilfe benötige, solle sie auch so schnell wie möglich erhalten – so wie unter seinem Amtsvorgänger und stellvertretendem Pinneberger Kreispräsidenten Dietrich Anders (SPD), für dessen Tätigkeit sich sowohl der Landrat als auch der Vorsitzende des Weißen Rings in Schleswig-Holstein, Uwe Döring, bedankten. 2013 betreuten die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Kreisgebiet 168 Opfer von Verbrechen und gaben etwa 13 000 Euro für deren Unterstützung aus – getragen von Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Erbnachlässen. Die Ehrenamtler, die laut Döring nicht nur ehrenamtlich tätig sind, sondern vielmehr „professionelle, unbezahlte“ Arbeit leisten, hätten nicht nur bei Kapitalverbrechen wie Mord Männern und Frauen in der Region zur Seite gestanden. „Wir sind bei den Menschen, die mit Schicksalsschlägen konfrontiert worden sind“, sagte der Landesvorsitzende – beispielsweise bei Opfern, die unter einem Einbruch oder Diebstahl leiden. „Das kann einen Menschen aus der Bahn werfen“, sagte Döring. Nicht, weil etwas Materielles abhanden gekommen sei, sondern „weil man sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher fühlt“. Nicht selten würden sich Betroffene nach einem Einbruch eine neue Wohnung oder ein neues Haus suchen. Zudem nehme in Schleswig-Holstein das sogenannte Stalking, also das Nachstellen von Personen, zu.

Genau dann kommen die ehrenamtlichen Mitarbeiter von Hansen dazu und leisten Beistand. Hansen betonte ebenso wie der Landesvorsitzende, dass ehrenamtlich nicht weniger professionell bedeutet. Der neue Außenstellenleiter habe in seiner Laufbahn als hauptamtlicher Geschäftsführer bei Sportvereinen auf überregionaler Ebene mit anderen Hauptamtlern zu tun gehabt, „die Amateure waren. Gleichzeitig habe ich aber ehrenamtliche Mitarbeiter auf allen Vereinsebenen erlebt, die einfach Profis waren“, sagte Hansen vor dem Auditorium – und erntete nicht nur von den Vertretern der anwesenden Sportverbände, sondern von allen Zuhörern großen Applaus.

Auch deshalb wolle Hansen „in die sehr großen Fußstapfen“ seines Vorgängers treten und den Weißen Ring noch mehr aus dem Verborgenen rausholen – wenngleich die Arbeit mit den Opfern immer anonym bleiben werde. Zudem möchte er verstärkt darum werben, dass sowohl Einzelpersonen als auch die Gemeinden im Kreis Pinneberg, wie Rellingen, und die Verbände Mitglied des Opferhilfevereins werden. Schließlich könne der Weiße Ring seine Arbeit nur dann leisten, wenn die finanzielle Unterstützung ausreichend ist – und um sich die Unabhängigkeit zu bewahren, wolle er nicht auf Steuergelder zurückgreifen.

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