Schülerfirma aus Pinneberg : Jetzt heißt es: Nachproduzieren

Hand anausrangierte Europaletten legen derzeit Johannes-Brahms-Schüler.
Foto:
1 von 3
Hand anausrangierte Europaletten legen derzeit Johannes-Brahms-Schüler.

Nach einem befriedigenden Weihnachtsgeschäft treiben die Firmengründer von „Wooden Pal“ nun ihren Online-Shop voran.

shz.de von
07. Januar 2015, 16:00 Uhr

Pinneberg | Kaum sind die Weihnachtsferien beendet, stehen für 17 Jugendliche der Johannes-Brahms-Schule (JBS) außer den Herausforderungen des Lehrplans gleich auch geschäftliche an. Am morgigen Donnerstag findet die erste Hauptversammlung ihrer im Rahmen eines Planspiels gegründeten Firma „Wooden Pal“ statt.

In der JBS-Aula werden die „Jungunternehmer“ den Anteilseignern ihrer Firma ab 19.30 Uhr Produkte präsentieren, Konzepte vorstellen und die wirtschaftliche Lage erläutern. Wie gut, dass Denis Torgowitzki, Leiter Finanzen, pünktlich zu diesem Termin eine erfreuliche Nachricht parat hat: „Die Anteilsscheine sind im Wert von zehn auf elf Euro gestiegen.“

Grund dafür ist das Weihnachtsgeschäft, das zwar noch nicht vollends ausgewertet ist, aber der ersten Einschätzung nach ein gutes war. „80, 85 Stücke haben wir insgesamt verkauft“, erklärt Geschäftsführerin Luca Beermann. Lief der erste Verkaufstermin, Anfang Dezember auf dem Hamburger Schanzenflohmarkt, noch schleppend, durfte sich die „Wooden Pal“-Belegschaft über den Absatz in der Pinneberger Rathauspassage kurz vor Weihnachten freuen. „Wir mussten sogar kurzfristig nachproduzieren“, berichtet Produktionsleiterin Höbke Loof.

Das Angebot von komplett aus alten Europaletten gefertigten Produkten wurde kurzerhand um mit weniger Aufwand herzustellende Kerzenständer erweitert. „Wir haben viele Anregungen bekommen von Kunden, die etwas Bestimmtes wollten, zum Beispiel einen Brotkorb. Wir müssen gucken, was wir in die Produktpalette aufnehmen können“, sagt Luca. „Aktuell haben wir keine Produkte mehr auf Lager.“ Dafür aber immerhin schon sieben Bestellungen – ein Erfolg, wie Luca betont: „Wir waren ja mehr auf den Verkauf aus als auf Bestellungen.“

pit_zeitungsständer_1
 

Darauf soll allerdings in den kommenden Monaten der Fokus liegen. Zwar will „Wooden Pal“ auch auf Märkten präsent sein, aber das Hauptgeschäft soll über den fast fertigen Online-Shop abgewickelt werden. Dafür sind die Schüler gewappnet, findet Höbke: „Jetzt könnte es für uns einfacher werden, weil wir auf Bestellung produzieren und wissen, was gewünscht wird.“ Und Luca ergänzt: „Wir haben jetzt Übung.“ Nicht zuletzt seien alle motiviert, wie Denis sagt: „Wir ziehen das nach der Schule durch.“

Für die Produktion treffen sich die Jugendlichen weiterhin dienstags und donnerstags, montags finden die organisatorischen Sitzungen statt. Unterstützung bekommen sie inzwischen von Baris Karabacak. Der Vorsitzende des Vereins Brücken der Kulturen, CDU-Politiker und kaufmännische Leiter einer Hamburger Firma steht den Nachwuchsgründern als sogenannter Wirtschaftspate zur Verfügung. „Er ist immer da für uns, wenn wir Fragen haben“, sagt Löbke.

Karabacaks Ratschläge dürften in den kommenden Wochen und Monaten noch wichtiger werden für „Wooden Pal“: Die Teilnahme am Landeswettbewerb muss vorbereitet werden, samt vorläufigem Abschlussbericht, Gewinn-Verlust-Rechnung und professionellem Infostand. „Da gibt’s noch einiges für uns zu tun“, sagen Luca, Höbke und Denis wie aus einem Mund.

„Aber es macht Spaß, sonst würden wir es ja nicht machen“, ergänzt Luca und fügt lachend hinzu: „Wer keine Lust mehr hat, kann ja auch kündigen.“ Aber ausgestiegen ist noch niemand – ein wesentlicher Punkt, in dem sich das Jungunternehmen „Wooden Pal“ von gewöhnlichen Firmen unterscheidet.

Die Produktpalette von „Wooden Pal“ reicht von Blumenkästen (21,95 Euro) über Zeitungsständer (24,95 Euro), Utensilienboxen (27,95 Euro) und Schlüsselbretter (19,95 Euro) bis hin zu Kerzenständern (3,95 Euro). Kontaktaufnahme und Bestellungen sind online möglich. Zwei Euro pro Stück kommen der Aktion „Rettet den Regenwald“ zugute. „Wooden Pal“ wurde von Johannes-Brahms-Schülern im Rahmen eines Planspiels der vom Institut der deutschen Wirtschaft initiierten Junior gGmbH gegründet. Ziel ist es, Schülern das Thema Wirtschaft näherzubringen.
zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen