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Pinneberger Tageblatt

14. Dezember 2017 | 18:24 Uhr

Jetzt doch: Ja zum Gewerbegebiet

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Posse um 5000-Quadratmeter-Areal am Verbindungsweg: Halstenbeker Rat überstimmt Bauausschuss / Anwohner wollen BI gründen

shz.de von
erstellt am 18.Dez.2013 | 16:42 Uhr

Erst ein Ja in Halstenbeks Gemeinderat, dann ein Nein im Bauausschuss – und am Montag eine Rolle rückwärts in der nicht öffentlich tagenden Ratssitzung: Die Abstimmung über ein etwa 5000 Quadratmeter großes Gewerbegebiet am Verbindungsweg nimmt possenhafte Züge an. Fakt ist: Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann kann die Fläche verkaufen.

„Das ist sinnvoll. Denn die Firma will gern in Halstenbek bleiben und ist auf Expansionskurs“, betonte gestern die Verwaltungschefin. SPD, Grüne und FDP überstimmten die Christdemokraten, die nach Meinung von Volker Dannhauer, Fraktionschef der Liberalen, „keine Rolle rückwärts hingelegt haben, sondern quasi eingeknickt“ seien. Denn alle Fraktionen hätten die Erweiterung anfangs gewollt. Dannhauer vermutet eine Stichelei gegen die Bürgermeisterin: „Vielleicht können die nicht mit ihr.“

Das lässt CDU-Chefin Kirsten Sajitz nicht gelten: „Die CDU setzt sich grundsätzlich für eine Bauleitplanung ein, die auf städtebaulichen Gesichtspunkten basiert. Mit Sicherheit ist es falsch, Gewerbegebiete als Abrundungen für Wohngebiete zu entwickeln. Die CDU wird sich weiterhin dafür einsetzen, das Gewerbegebiet am Gewerbering südlich des vorhandenen Gewerbegebietes zu entwickeln.“

Grünen-Fraktionschefin Gudrun Gabriel-Schröder glaubt, dass die Entscheidung zugunsten des Areals „mit den unterschiedlich beteiligten Personen in den Gremien zusammenhängt“. Wichtig sei ihr, dass „das Grundstück verkauft wird. Denn es stehen keine anderen Flächen zur Verfügung.“ Das Unternehmen sei in Halstenbek angesiedelt. „Die Gewerbesteuern können wir nicht ignorieren“, rechnete gestern die Politikerin vor.

In die gleiche Kerbe schlägt SPD-Fraktionschef Christoph Bittner: „„Wir können es uns nicht leisten, Betriebe, die gute Gewerbesteuerzahler sind, zu verlieren. Wir können es nicht sehenden Auges zulassen, dass Betriebe aufgrund politischer Forderungen der CDU aus der Gemeinde herausgedrängt werden.“ Gabriel-Schröder verspricht, die Bürger intensiv in das Bauleitverfahren einzubinden: „Wir müssen im Dialog bleiben und die Ängste ausräumen.“

Eine Handreichung, die Anwohner Thomas Heidorn zunächst im Raum stehen lässt. Seine erste Reaktion gestern: „Wir werden etwas dagegen tun. Wir werden eine Bürgerinitiative (BI) gründen und alle rechtlichen Mittel ausschöpfen.“

Heidorn, wohnhaft am Lindenhof und einer der Sprecher der betroffenen Familien, ist überrascht: „Erst ist das Thema vom Tisch. Und dann das. Die machen sich doch unglaubwürdig.“ Heidorn versteht nicht, dass die Gemeinde kein passendes Gewerbegebiet abseits von Wohngebieten findet: „Warum wird nicht ein Gewerbegebiet hinter einem begrünten Lärmschutzwall (entlang der Lübzer Straße) geplant?“

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