„In Pinneberg bin ich ein Star“ : Jessy Martens spielt im ausverkauften Ratssaal

Starke Stimme, enorme Bühnenpräsenz: Blues- und Rocksängerin Jessy Martens bei ihrem Konzert im Pinneberger Ratssaal.
Starke Stimme, enorme Bühnenpräsenz: Blues- und Rocksängerin Jessy Martens bei ihrem Konzert im Pinneberger Ratssaal.

Jazz im Foyer: Jessy Martens begeistert mit Konzert im ausverkauften Ratssaal. Musikalische Weggefährten auf die Bühne geholt.

shz.de von
27. März 2017, 10:00 Uhr

Pinneberg | Im Sommer 2007 war sie zum ersten Mal beim SummerJazz-Festival in Pinneberg dabei. Seitdem hat Jessy Martens jede Menge Preise abgeräumt: den German Blues Award 2012 und 2014, den Deutschen Rockpreis 2012, die German Blues Challenge 2014. Sechs Alben mit deutschen und internationalen Spitzenmusikern folgten, das siebente ist in Arbeit. Da wurde es Zeit, dass die Blues- und Rocksängerin mal wieder Station in der Kreisstadt machte. „Ich habe Freunden gesagt, ihr müsst unbedingt nach Pinneberg kommen. Da bin ich ein Star“, flachste die Hamburgerin am Freitagabend im ausverkauften Ratssaal – und erntete tosenden Applaus, bevor sie nur einen einzigen Ton gesungen hatte.

Instrumental begleitet wurde Martens von einer Mini-Besetzung: Gitarrist Dirk Czuya und Schlagzeuger Christian Kolf. Los ging es mit einem langsamen Blues, bei dem das Trio den Zuhörern einen kleinen Vorgeschmack auf das nicht eine Minute langweilige Konzert servierte. Beeindruckend das Gitarrenspiel von Czuya, der mit seinem Instrument fast eine ganze Band ersetzte – den Klangteppich legend, den Rhythmus vorgebend und die Soloparts übernehmend. Drummer Kolf, ausgestattet mit allerlei Perkussionsinstrumenten, agierte unaufdringlich, sorgte aber für das harmonische Gefüge. Dazu Martens mit ihrer Power-Stimme und großen Bühnenpräsenz.

Violinist Chris Drave gesellte sich bei einigen Stücken dazu.
Thomas Krohn
Violinist Chris Drave gesellte sich bei einigen Stücken dazu.

Zum Repertoire der Sängerin gehören längst nicht nur Bluesstücke, sondern auch Rockkompositionen aus der eigenen Feder. Besonders eindrucksvoll: „Silence“ aus ihrem Album „Break Your Curse“, bei dem Martens nur von Czuya und „Überraschungsgast“ Chris Drave, der die Geige spielte, begleitet wurde. Bei einem anderen Stück setzte sich die Hamburgerin auch einmal selbst an den Flügel.

Zwischendurch plauderte sie in charmanter Art mit dem Publikum und erzählte von ihren musikalischen Anfängen, etwa, als sie im Alter von 16 Jahren in der legendären Hamburger Jazz-Kneipe Cotton Club ein Konzert besuchte. Von der Musik der dort auftretenden Bluesband sei sie derart fasziniert gewesen, dass sie den Pianisten bat, einmal vorsingen zu dürfen. Offensichtlich mit Erfolg, denn die Combo „Jan Fischers Blues Support“ ist seit vielen Jahren eine von mehreren Formationen, mit denen Martens auf Tour geht.

Zur Begeisterung des Publikums holte die Sängerin mit den Pianisten Fischer, Nils und Sören Schröder sowie dem Gitarristen Detlef Winkel auch einige musikalische Weggefährten auf die Bühne. Stehender Applaus gab es zum Abschluss des Konzerts. Bei der Zugabe, einer Interpretation des Spiritual-Klassikers „Swing Low, Sweet Chariot“, wurde es noch einmal andächtig still im Ratssaal.

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