Jedi-Ritter im Schwarzlicht

Einmal selbst ein Star-Wars Held sein: Das können Kinder im Laser Tag erleben.
Einmal selbst ein Star-Wars Held sein: Das können Kinder im Laser Tag erleben.

In vier Hallen in Hamburg können sich Spieler mit Laserwaffen beschießen

shz.de von
14. Juni 2018, 18:23 Uhr

Die zehn Jungs haben mächtig Spaß. Sie flitzen durch den riesigen, mit Schwarzlicht gefüllten Raum, in einer Halle mitten in einem Harburger Industriegebiet. Laser-Tag ist ein Spiel, bei dem zwei oder mehrere Spieler versuchen, verschiedene Aufgaben auf einem speziellen Parcours oder in mehreren Räumen zu erfüllen. Sie tragen ein Laser-Tag-Stirnband mit zehn Sensoren, die den Spieler von allen Seiten treffbar machen und haben einen Laser-Tag-Phaser in den Händen, mit denen die Treffer beim Gegner markiert werden können.

Auf 1200 Quadratmetern und zwei Ebenen jagen, duellieren und messen sich die „Scharfschützen“ hier in verschiedenen Teams. Elektronisch werden Treffer und Ergebnisse markiert und erfasst, die man hinterher auf einem Bildschirm im großen Foyer einsehen kann. Laser-Tag ist rechtlich ab zwölf Jahren erlaubt, die jüngeren Kids verschießen per Luftdruck Schaumstoffpatronen. Auch eine Schutzbrille gehört hier zum Repertoire.

Doch jetzt ist die Horde 13-Jähriger an der Reihe. Sie sind schon in der richtigen Montur am Start. Stolz posieren sie mit Waffe und Infrarot-Stirnband vor einer Star-Wars-Stormtrooper-Figur. Dann geht es los. Es gibt eine Trainingszone. Mitarbeiterin Alexandra Grillet weist die aufgekratzten Jungs gut ein. „Achtet auf das Licht, Leute“, ruft sie. Dann flackert eine Lampe rot auf, Gelächter. „Du Yeti“, grölt einer seinem Kumpel zu. „Ihr habt 45 Leben“, ruft Alexandra. „Rules of the Zone“, Grundregeln, stehen an eine Wand gepinnt. „In 24 Sekunden geht es los“, tönt eine mysteriöse Stimme aus dem Off. „Viel Spaß Jungs“, sagt Alexandra.

Laser-Tag in Harburg gibt es im vierten Jahr. Es mache „Sau-Spaß“, sagt einer der Jugendlichen. „Es ist wie Räuber und Gendarm spielen im Wald“, betont Alexandra und erläutert, dass es zwar martialisch anmutet, aber alles andere, als die meist jungen Leute zu Gewalt und Aggressionen animieren soll. „Es kommen auch Pädagogen her“, sagt sie. Es ginge um „Verstecken und Fun“, das Jagd-Verhalten sei eher „defensiv“. Das Schlimmste, was hier mal passiert ist, ist, dass jemand beim Toben ein Loch in die Wand getreten hat. Die Action-Stunden müssen gebucht werden, es gibt keine extra Öffnungszeiten. In der Halle mit dem Parcours ist es dunkel und schummrig, es gibt jede Menge Schwarzlicht-Effekte. „Von acht Jahren an, kann hier jeder her kommen“, so Alexandra, „jeden Mittwoch kommt eine Damenrunde mit 65-Jährigen“, grinst sie. Anziehen darf man alles, bis auf Weißes, „das vermeidet Schwarzlicht“. Die Kids drehen voll auf. Fußball auf dem Bolzplatz sei „langweiliger“, sagt einer. Laute Musik tönt aus Boxen.

Dann wird eine Pause eingelegt und etwas getrunken. In jede Waffe ist ein Granatwerfer mit Streueffekt eingebaut, der gleich mehrere Gegner auf einmal treffen und somit noch mehr Punkte erzielen kann. Die Mediziner können Teamkameraden heilen, Unterstützer ihnen per Knopfdruck und Strahl zusätzliche Munition zuschanzen. Jede Waffe hat ein starkes Mündungsfeuer, das bei jedem Schuss hell aufleuchtet. Zusätzlich wird ein Treffer mit einem akustischen Signal verdeutlicht. Nach jeder Runde werden per Funk die Statistiken auf einen Laptop vermittelt. Der Punktestand kann auch auf einem Display an der Waffe abgelesen werden. „Ich habe eine 18 geschossen“, ruft ein Junge, wild entschlossen, den Tagessieg einzufahren. „Ich bin Erster“, freut er sich wenig später. Zumindest für diese Runde. Auch das Verstecken hinter Reifen gehört dazu. Es geht neben Zielgenauigkeit beim Schießen um Taktik und Strategie.

Es gibt insgesamt vier Laser-Tag-Hallen in Hamburg. Es kann Indoor und Outdoor gespielt werden. Früher sei hier ein Essen- und Getränkehandel gewesen, berichtet Alexandra. Heute ginge es um „Visionen“, wie bei Star Wars, wo es in fremden Welten und fernen Galaxien um Gut und Böse, Freund und Feind ging. „Verstecken bringt in jedem Alter Spaß“, sagt sie.

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Infos unter livearena.hamburg


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