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Studie belegt : Jeder Zwölfte hat Schlafprobleme

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gesundheitskasse analysiert die Störungen. Symptome der Krankheit werden oftmals unterschätzt oder nicht erkannt.

shz.de von
erstellt am 18.Okt.2017 | 10:00 Uhr

Pinneberg | In Schleswig-Holstein hat jeder zwölfte Mensch große Probleme zu schlafen. Das hat die DAK-Gesundheit in ihrem Gesundheitsreport untersucht. Dabei wurde herausgestellt, wie es um die nächtliche Erholung der Arbeitnehmer steht.

„Tagesmüdigkeit und Schlafprobleme sind etwas, das jeder kennt. Viele Menschen sehen diese jedoch nicht als Krankheiten an“, sagt Angelika Roschning vom Fachdienst Gesundheit der Kreisverwaltung Pinneberg. Die laut DAK auf den Kreis Pinneberg übertragbaren Zahlen des Reports belegen, dass 42 Prozent der befragten Arbeitnehmer in Schleswig-Holstein über den Tag gesehen „ziemlich oft“, „meistens“ oder „immer“ müde sind. 37 Prozent gaben an, dass sie Einschlaf- oder Durchschlafstörungen an mindestens drei Tagen in der Woche haben. „Solche Probleme sind weit verbreitet und wirken sich negativ auf den persönlichen Tagesablauf aus“, erklärt Roschning. Berufliche oder familiäre Aufgaben könnten nicht mit der gewünschten Energie und Aufmerksamkeit angegangen werden. Für das Schwerpunktthema wertete das Iges-Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK in Schleswig-Holstein aus. „Bundesweit wurden mehr als 5000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden“, erläutert Thomas Ehlert, Leiter des DAK-Servicezentrums in Pinneberg das Thema. Die Ergebnisse wurden mit einer DAK-Untersuchung aus dem Jahr 2010 verglichen. Ehlert bilanziert: „Knapp 78 Prozent der Erwerbstätigen in Schleswig-Holstein berichten von Schlafproblemen.“ Seit 2010 stieg der Anteil der betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 31 Prozent. 8,3 Prozent der Erwerbstätigen leiden unter schweren Schlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung.

Die Gesundheitskasse hat einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren geworfen. Vor allem die Arbeitsbedingungen führen in der Nacht zu Problemen. „Wer häufig an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit arbeitet, steigert sein Risiko, schwere Schlafstörungen zu entwickeln“, sagt Ehlert. Auch starker Termin- und Leistungsdruck sowie Überstunden oder Nachtschichten gelten als Risikofaktoren. „Ständige Erreichbarkeit nach dem Feierabend ist ebenfalls nicht gesund“, ergänzt Roschning. Viele Arbeitnehmer in Schleswig-Holstein sorgen aber auch selbst für einen ungesunden Schlaf. Laut der Studie schauen 84 Prozent der Erwerbstätigen vor dem Einschlafen Filme oder Serien. Immerhin 71 Prozent erledigen private Dinge am Laptop oder Smartphone. „Wer nachts seine elektronischen Geräte an der Steckdose hat, kann seine Akkus nicht mehr aufladen“, stellt Ehlert klar. Er ergänzt: „Die Beschwerden müssen ernst genommen werden, da chronisch schlechter Schlaf der Gesundheit erheblich schaden kann.“ Roschning unterstützt diese Aussage: „59,7 Prozent haben angegeben, dass sie nicht zum Arzt gehen, weil sie das Problem allein in den Griff bekommen wollen.“ Sie fügt an: „Der Zeitpunkt, ärztliche Unterstützung zu erfahren, wird dadurch verpasst.“ 10,5 Prozent der Befragten wussten sogar nicht, dass ein Arzt bei Schlafstörung helfen kann.

Bei der Prävention nimmt Roschning die Arbeitgeber in die Pflicht: „Arbeitsbedingungen sollten so angepasst werden, dass Risikofaktoren vermindert werden.“ In erster Linie kann aber jeder selbst etwas tun, um besser zu schlafen. „Durch einfache Maßnahmen kann die Schlafhygiene verbessert werden“, sagt Roschning. So solle man sich einen regelmäßigen Schlafrhythmus aneignen. Rituale wie ein paar Seiten eines Buches lesen helfe ebenfalls. „Auf jeden Fall sollte man seine Akitivtät vor dem Schlafen herunterfahren“, berichtet Roschning abschließend.

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