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Im Gespräch : „Jeder kann sich nach seinen Wünschen einbringen“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Heute mit Joachim Moll vom Freiwilligenforum Pinneberg.

shz.de von
erstellt am 20.Mär.2016 | 13:00 Uhr

Pinneberg | Joachim Moll ist seit kurzem einer der beiden Leiter des Freiwilligenforums Pinneberg. Im Sonntagsgespräch erklärt er unter anderem, was er sich für die Zukunft des Forums wünscht.

Welche Aufgaben hat das Freiwilligenforum?
Wir sind qualifizierte Leute, die sich ehrenamtlich engagieren. Das Freiwilligenforum setzt sich insbesondere für hilfsbedürftige Menschen ein. Lesepaten, Vorbereitung auf einen Berufseinstieg, Unterstützung des Museums, Nachhilfe für Kinder aus finanzschwachen Familien, Begleitung von Senioren beim Einkaufen – wir springen ein, wenn Not am Mann ist. Unser Aufgabengebiet ist sehr breit gefächert. Wir sind nicht auf eine Fachrichtung beschränkt.

Was ist das Besondere am Forum?
Bei uns steht der Freiwillige im Mittelpunkt. Wir fragen ihn, was er bei uns machen möchte. Jeder kann sein Engagement nach seinen eigenen Wünschen einbringen. Niemand muss etwas tun, zu dem er keine Lust hat. Alle können sich zudem darauf verlassen, dass sie vernünftig eingearbeitet und begleitet werden. Da wir kein typisches Vereinsleben haben, müssen wir dafür sorgen, dass sich die Freiwilligen im Forum gut aufgehoben fühlen und über unsere Aktivitäten informiert sind. Dazu gehört leider auch mal ein vernünftiger Abschied, bei dem man gemeinsam noch einmal reflektiert, wie alles gelaufen ist. Zudem sollen unsere Mitglieder keine Scheu haben, selbst um Hilfe zu bitten, wenn sie diese brauchen. Jeder soll wissen, dass wir für ihn da sind.

Wieso haben Sie sich gerade für das Freiwilligenforum entschieden?
Ich wollte nicht in einer Organisation mit hierarchischen und formalistischen Strukturen tätig sein. Aufnahmegebühr, Kündigungsfristen, Satzungen, Richtlinien – so etwas gibt es bei uns nicht. Wir konzentrieren uns auf unsere Arbeit und brauchen uns nicht mit bürokratischen Hürden auseinanderzusetzen. Ich merke  zudem, dass ich durch die Arbeit für das Forum in Pinneberg viele interessante Menschen kennenlerne.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Eine dritte Person, die sich mit Uwe Richter und mir um die Leitung kümmert, wäre toll. Ideal wäre eine Frau. Wer dazu kommt, hat in einem neuen Team mit noch nicht festgezurrten Aufgaben viele Möglichkeiten, sich nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen einzubringen. Ich hoffe außerdem, dass Politik und Wirtschaft uns auch in Zukunft unterstützen. Uns geht es nicht darum, auf Teufel komm raus zu wachsen. Bei derzeit 170 Mitgliedern stoßen wir schon in einen Bereich vor, in dem eine professionelle Personalführung erforderlich ist. Das ist schon fast wie die Führung eines mittelständischen Unternehmens. Ich möchte deshalb eher an der Qualität als an der Quantität arbeiten. Wir wollen weg von den einsamen Samariterdiensten und hin zum erlebbaren Ehrenamt.  Dazu gehört, die Kontakte untereinander zu pflegen und die Vernetzung zu fördern. Es soll nicht nur darum gehen, Aufträge zu übernehmen, sondern auch eigene Ideen zu entwickeln. Dafür haben wir schließlich viele kreative Köpfe. Wir müssen auch nicht nur Menschen helfen, denen es schlecht geht. Es ist genauso gut möglich, vorbeugend tätig zu werden.

Würden Sie sich selbst als besonders hilfsbereiten Menschen bezeichnen?
Nein. Ich war aber schon immer ehrenamtlich engagiert, zum Beispiel in der DLRG, im Katastrophenschutz oder im Vorstand der Tanzsportabteilung des VfL Pinneberg. Zudem bin ich seit etwa 15 Jahren ehrenamtlicher Richter am Landessozialgericht in Hamburg.

Joachim Moll (60) arbeitet seit zwei Jahren im Freiwilligenforum mit und ist seit einigen Wochen deren Leiter. Beruflich war er vor seinem Ruhestand in der Personalabteilung einer Großbank tätig. Moll wohnt seit 1989 in Pinneberg, ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter.
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