„Jeder ist mal behindert“

Hans-Jürgen Emmelheinz (von links), Karl-Heinz Schack und Bernd Früchtnicht vom Seniorenbeirat mit dem Beauftragten der Stadt für Menschen mit Behinderung Randolf Timm.
Hans-Jürgen Emmelheinz (von links), Karl-Heinz Schack und Bernd Früchtnicht vom Seniorenbeirat mit dem Beauftragten der Stadt für Menschen mit Behinderung Randolf Timm.

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28. November 2018, 11:19 Uhr

„Jeder ist mal behindert.“ Diese Nachricht bläute Randolf Timm dem Pinneberger Seniorenbeirat immer wieder ein. Der Beirat hatte den neuen Beauftragten der Stadt für Menschen mit Behinderung zu seiner Novembersitzung eingeladen. Der 55-Jährige ist erst seit Anfang Oktober offiziell im Amt. Vorher gab es die Position noch gar nicht, führte Timm aus. Er habe sich für dieses Amt aus zwei Gründen zur Verfügung gestellt, einmal, um die Pinneberger für die Bedürfnisse von Behinderten zu sensibilisieren, zweitens, um Betroffenen zu helfen, mit ihren Einschränkungen besser umzugehen. Seine eigene Behinderung sei angeboren, erzählte Timm, deshalb war sie für ihn wahrscheinlich leichter zu akzeptieren als wenn sie durch Unfall oder Krankheit erst im Verlauf des Lebens entstanden wäre. Er habe von Kindheit an viel Sport getrieben, auch in Wettkämpfen mit nicht behinderten Kindern, und so habe er sich immer als „normal“ empfunden, nie als „anders“ oder „weniger“, nie als irgendwie bedauernswert. Und Timm zählte auf: Hexenschuss, ansteckende Krankheiten, Unfallfolgen, das alles seien zumindest zeitweilig mehr oder weniger schwere Beeinträchtigungen. Mit so einer Erkenntnis ausgerüstet überwinde man das unbeteiligte Nebeneinander, die Trennung zwischen „die“ und „wir“.

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