Das Sonntagsgespräch : „Jeder einzelne wird durch die Gemeinschaft besser“

Tobias Higle.
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Tobias Higle.

Heute mit Tobias Higle, Vorsitzender des Wirtschaftskreises Halstenbek.

shz.de von
05. Juli 2015, 15:00 Uhr

Halstenbek | Tobias Higle ist Vorsitzender des Wirtschaftskreises Halstenbek. Im Sonntagsgespräch erklärt er unter anderem, warum ein richtiger Ortskern für die Gemeinde so wichtig ist.

Was macht der Wirtschaftskreis?
Der Wirtschaftskreis ist vor mehr als 30 Jahren gegründet worden, damit Halstenbeker Betriebe sich gemeinsam präsentieren und etwas für ihre Kunden tun. Wir organisieren beispielsweise jedes Jahr eine Fahrrad-Orientierungsfahrt und ein Herbstfest. Beide Veranstaltungen werden von den Bürgern sehr gut angenommen.

Wie sieht Ihre Arbeit als Vorsitzender aus?
Ich bin nicht nur an der Organisation der Veranstaltungen beteiligt, sondern kümmere  mich auch um die Betreuung der Mitglieder. Wenn jemand Fragen hat, kann er sich an mich wenden. Auch die Gespräche mit potenziellen neuen Mitgliedern gehören zu meinen Aufgaben. Wobei ich kein Einzelkämpfer bin und sehr viel Arbeit von meiner Frau Kira und den Mitgliedern übernommen wird.

Inwiefern profitieren die Unternehmen vom Wirtschaftskreis?
Gemeinsam sind wir stärker und schaffen mehr. Dazu kommt, dass wir durch die Gemeinschaft bessere Konditionen erzielen, wenn wir zum Beispiel durch Zeitungsanzeigen werben wollen. Unsere Homepage ist ebenfalls ein Gewinn für die Mitglieder. Dort gibt es nicht nur viele Informationen. Auch die Geschäfte sind schnell zu finden.

Mit welchen Problemen haben die Unternehmen zu kämpfen?
Viele lassen sich hier beraten, kaufen aber woanders ein. Um das zu verhindern, muss Einkaufen in Halstenbek zu einem Erlebnis werden. Daran arbeiten wir.

Wie können die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Halstenbek verbessert werden?
Es ist in den vergangenen Jahren schon einiges passiert. Dank der Eröffnung von Edeka Böge entwickelt sich ein richtiger Ortskern. Da im Bereich des Rathausplatzes noch weitere Unternehmen hinzukommen sollen, gibt es immer mehr Leben in Halstenbek. Noch ist es so, dass es am Sonnabend so wirkt, als ob schon Sonntag ist, weil etliche Läden geschlossen sind. Das würde ich mir anders wünschen. Aber wenn mehr Geschäfte da sind, wird auch am Wochenende mehr los sein.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung?
Sehr gut. Wir haben einen engen Draht zu Halstenbeks  Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann. Wenn wir Sorgen und Nöte haben, ist immer ein Ansprechpartner für uns da.

Wieso engagieren Sie sich für den Wirtschaftskreis?
Ich wohne seit zehn Jahren in der Gemeinde und fühle mich inzwischen als Halstenbeker. Dass die Unternehmer als Gemeinschaft den Ort nach vorne bringen wollen und sich gegenseitig unterstützen, finde ich toll. Ich merke, dass jeder einzelne durch die Gemeinschaft besser wird. Deshalb habe ich auch gern den Vorsitz übernommen, weil wir wirklich etwas bewegen.

Was bedeutet Ihnen die Arbeit als Vorsitzender?
Sie ist mir sehr wichtig und bringt riesigen Spaß. Ich lerne viele Menschen kennen, die ich sonst vermutlich nicht treffen würde. Das ist eine enorme Bereicherung. Mein Vater war übrigens ebenfalls selbstständig. Deshalb weiß ich seit meiner Kindheit, dass es nicht nur feste Arbeitszeiten gibt und man sich vieles einteilen kann.

Wo sehen Sie Halstenbek in zehn Jahren?
Im Ort werden hoffentlich noch mehr Geschäfte sein und wir haben einen Markt, der zweimal pro Woche sehr gut besucht wird. Ich gehe zudem davon aus, dass es mehr Verkehrsberuhigungen geben wird. Es ist ja schon lange im Gespräch, die Hauptstraße zu verändern.  Leider fehlt der Gemeinde dazu momentan das Geld. Ich wünsche mir, dass sich das bald ändert. Grundsätzlich sehe ich Halstenbek als aufstrebende Gemeinde. Der Einzelhandel wird sich definitiv behaupten, weil die Bürger für die alltäglichen Besorgungen gar nicht nach Hamburg fahren wollen.

Wie wirkt sich die Nachbarschaft zu Hamburg aus?
Auf jeden Fall positiv. Die Nähe zu Hamburg lockt viele junge Familien nach Halstenbek. Wohnungen sind preisgünstiger und alles ist von hier aus schnell zu erreichen.

Tobias Higle (34) ist seit einem Jahr Vorsitzender des Halstenbeker Wirtschaftskreises. Der ADTV-Tanzlehrer ist Inhaber der Tanzschule „Tanzzeit Higle“. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.
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