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Stellensuche im Kreis Pinneberg : "Jeder der 9035 Arbeitslosen ist einer zu viel"

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Neues Team für die Kreise Pinneberg und Segeberg: Keine Betreuung von der Stange, individuelle Hilfe immer wichtiger.

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Der Kreis Pinneberg steht wirtschaftlich gut da. Und er hat nach den Kreisen Stormarn und Segeberg landesweit die drittniedrigste Arbeitslosenquote. "Der Kreis hat super Voraussetzungen", sagt Thomas Kenntemich, Chef der Arbeitsagentur in Elmshorn. "Trotzdem: Jeder der 9035 Arbeitslosen ist einer zu viel."

Um die Beratung individueller zu gestalten, hat die Agentur im vergangenen Jahr ein neues Team gegründet: fünf zusätzliche Mitarbeiter für den Kreis Pinneberg und fünf für den Kreis Segeberg, der ebenfalls zum Bezirk der Agentur gehört. Laut Kenntemich kostet jede Stelle etwa 60.000 Euro im Jahr.

"Aufgabe des Teams ist es, Arbeitslose mit besonderen Problemen zu unterstützen", sagt Ute Beckmann. Sie ist seit Anfang 2013 Kenntemichs Stellvertreterin. Dazu gehörten etwa Kandidaten mit Schulden, kleinen Kindern, in Wohnungsnot und Arbeitslose, die ihr Selbstbewusstsein verloren haben. "Die Berater geben Tipps, wie man eine Bewerbung am besten angeht." Die Agentur könne kaum noch Standardangebote, etwa in der Fortbildung, machen. "Wir bekommen heute oft nicht mehr genug Kunden für einen Kursus zusammen", sagt Beckmann. Stattdessen würde die individuelle Hilfe wichtiger. In dem neuen Team betreue jeder Berater statistisch 65 Arbeitslose. Sonst sind es etwa 250 pro Berater.

Die Agentur will auch stärker auf kleine Unternehmen zugehen und über Demographieanalysen informieren. "Wie sieht es in fünf bis zehn Jahren mit gutem Personal aus? Eine rechtzeitige Planung lohnt sich", sagt Beckmann. Doch kleine Firmen ohne große Personalabteilung kümmerten sich noch zu wenig um das Thema.

Kenntemich ergänzt: "Außerdem wollen wir Arbeitgebern künftig stärker einzelne Kandidaten direkt empfehlen. Kandidaten, von denen wir glauben, dass sie gut in die Firma passen."

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