zur Navigation springen

Jahresversammlung : Jäger leiden unter schlechtem Image

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Die Jäger in Tornesch machen sich Sorgen um die Natur. Auf ihrer Jahresversammlung lobten sie Projekte, die Kinder an die heimische Biologie heranführen.

Tornesch | Jagdhörner eröffneten und beschlossen die Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft im Gasthof Kröger am Freitagabend. Auch als regulärer Tagesordnungspunkt waren ihre Klänge zu hören. Sie intonierten die „Streckensignale“, mit denen Jäger seit alters her ihre Jagderfolge verkünden: Schwarzwild, Rehwild, Fuchs, Hase oder Flugwild, was immer sie gerade „zur Strecke“ gebracht haben. Optisch präsentierte sich das Jagdgut als Gehörnschau an den Saalwänden. Und das Thema „sichere Tötungsmunition“, bleifrei oder bleihaltig, spielte im Jahresbericht des Kreisvorsitzenden Hans-Albrecht Hewicker in Zusammenhang mit Umbaukosten beim Schießstand Heede eine wichtige Rolle.

Ihre Hauptaufgabe aber sehen die Jäger in der Hege, im Bewahren des natürlichen Gleichgewichts. Die vom Verband angebotene neunmonatige Ausbildung vermittle angehenden Jägern praxisnah Grundlagen des Natur- und Artenschutzes wie auch die Biologie vieler einheimischer Pflanzen- und Tierarten, betonte Hewicker. In der Sorge für die gesamte Natur erkannte der Kreisvorsitzende sogar ein Alleinstellungsmerkmal der Jäger, das sie über Einzelinteressen vieler Naturschutzgruppen hebe.

Sein Jahresbericht machte diese Einstellung deutlich. Da waren etwa die detaillierten Ausführungen, die Hewicker den lebenden Wildbeständen in den acht Hegeringen des Kreises widmete. Aber nicht nur jagbares Wild sei den Jägern wichtig. Sorgen machten sie sich auch um die Mäuse in Wald und Feld, die dem „Null-Biotop“ der Maisanbaugebiete zum Opfer fielen, und nicht zuletzt um Käfer und Insekten, deren Fehlen die natürliche Nahrungsmittelkette zerstöre.

Lobende Worte fand Hewicker für alle, die sich unermüdlich dafür einsetzten, die Öffentlichkeit mit den naturschützenden Anstrengungen der Jäger vertraut zu machen, etwa das Team Elbmarschenhaus oder diejenigen, die in Kooperation mit Schulen Kindern und Jugendlichen im „Lernort Natur“ die Augen für die Tier- und Pflanzenwelt öffneten.

Dass die Jäger allen ihren hegerischen Anstrengungen zum Trotz immer wieder mit einem schlechten Image zu kämpfen haben, führte Hewicker auf „ideologische Hemmschwellen“ zurück. Er bedauerte, dass der Kreisverband noch immer keinen Obmann für Öffentlichkeitsarbeit gefunden habe.

Auch der Geschäftsführer des Deutschen Jagdverbandes Andreas Leppmann, der als Referent des Abends nach Tornesch gekommen war, beklagte die weitverbreiteten Vorurteile. Grußworte der Landtagsabgeordneten Beate Raudies (SPD) und Barbara Ostmeier (CDU), des Pinneberger Landrats Oliver Stolz und von Politikern der Grünen und der Wählergemeinschaft KGWP sowie vom Vorsitzenden des Kreisbauernverbands Georg Kleinwort machten andererseits deutlich, dass die Jäger auch viele Freunde haben.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen